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Wanderung auf Usedom: Von Krummin auf die Halbinsel Gnitz und zurück

Bei dieser Wanderung auf Usedom lernt man einen weniger bekannten Teil der Insel kennen: die Halbinsel Gnitz. Die Rundwanderung startet in Krummin und führt dann auf dem Deich und der Küste des Achterwassers entlang über Wiesen und Felder, durch Wälder bis zur Steilküste am Achterwasser. Nach einer Rast in Lütow geht es zurück zum Ausgangspunkt.

Da ich ursprünglich aus Wolgast stamme, durch das man hindurch muss, wenn man die Insel Usedom von Norden her betreten möchte, war diese Tour ein Heimspiel für mich. Gemeinsam mit meinem Vater habe ich sie geplant und unternommen. Mit der Halbinsel Gnitz verbinden mich zahlreiche schöne Erinnerungen aus meiner Kindheit und Jugend. Hier war ich als Kind schon in diversen Zeltlagern, habe hier gruselige Nachtwanderungen erlebt und war hier im Sommer mit meinen Eltern und einer befreundeten Familie picknicken und baden.

Gerade wenn die Insel Usedom im Sommer im Verkehr erstickt, ist der „Gnitz“ ein Geheimtipp für Gäste, die im Norden der Insel nach Ruhe und naturnaher Erholung suchen. Wer also auf sein Auto weitestgehend verzichten kann, ist hier wandernd oder radelnd bestens aufgehoben.

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Wanderung auf Usedom: Von Krummin auf den Gnitz und zurück

Wir haben unsere Tour im kleinen Dorf Krummin gestartet und dort das Auto an der schönen Kirche abgestellt. Vorbei an der „Naschkatze„, einem kleinen Gartencafé mit immer leckerem, selbstgebackenem Kuchen, geht es in Richtung Osten auf den Deich. Der Deich grenzt hier die „Krumminer Wieck“, eine Ausbuchtung des Peenestroms von der Insel ab.

Das Land ist hier sehr flach und so bietet sich ein toller Rundumblick auf die Krumminer Wieck, die Steilküste des Gnitzes sowie das Festland bei Wehrland in der Ferne. Der Uferstreifen ist bewachsen von einem dichten Schilfsaum.

Vorbei an einem Pumpenhäuschen und einigen kleinen Fischerhütten, entfernt sich der Weg bald vom Ufer der Wieck. Man gelangt jetzt an den Ortsrand von Neuendorf, das man aber vorerst nur streift. Nun folgt man eine Weile dem Mühlensandweg entlang oder – wer möchte auch hindurch – eines dichten Waldes. Wir haben uns für letzteres entschieden und bei einer Schleife noch einen kleinen „Waldsee“ entdeckt (siehe Foto).

Irgendwann knickt der Weg nach rechts ab und man gelangt nach ein paar hundert Metern an die wunderbare Steilküste der Halbinsel Gnitz. Von hier aus hat man einen schönen Blick auf das „Achterwasser und sieht in der Ferne den Wolgaster Kirchturm und die Kräne der dortigen Werft. Das „Achter“ in „Achterwasser“ steht für „Hinten“ oder „Rückseite“ und bezeichnet somit das Binnengewässer auf der, von der Ostsee abgewandten, Seite der Insel Usedom.

Entlang der Steilküste geht es nun ein wenig auf und ab und man streift oder überquert dabei einen großen Zeltplatz. Der Wald besteht hier vorwiegend aus knorrigen, krummen Küstenkiefern, die der Wind geformt hat.

Am Möwenort – der Südspitze des Gnitzes – gibt es einen wunderbaren wilden Strand

Über den mehr als 30 Meter hohen „Weissen Berg“ führt der Weg anschließend recht steil hinab auf Meeresniveau um einen weiteren bewaldeten Hügel herum, auf die Südspitze der Halbinsel Gnitz. Dies ist Naturschutzgebiet. Wer mag geht noch vor bis zum „Möwenort„, der äußersten Südspitze am Ufer des Achterwassers. Dort gibt es einen wunderbaren, wilden Strand zum relaxen!

Entlang des Ufers, geht es nun bis in den kleinen Ort Lütow, wo sich eine Rast im Biergarten am Neuendorfer Weg anbietet. An der wenig befahrenen Landstraße geht es anschließend zurück bis nach Neuendorf, durch das man diesmal hindurchgeht. Hier zeugen noch einige große, stillgelegte Ölpumpen davon, dass hier bis Anfang 2016 noch aus umfangreichen Erdöl- und Erdgasvorkommen gefördert wurde. Über den Fischerweg verlässt man den Ort wieder zurück in Richtung Krumminer Wieck und Krummin. Am ersten Knick des Weges, gibt es rechts eine kleine Bank, die zu einer Verschnaufpause mit schönem Ausblick einlädt.

Am Ufer der Krumminer Wieck läuft man den Weg auf dem Deich zurück bis nach Krummin, wo uns jetzt schon die „Naschkatze“ mit ihrem leckerem Kuchen erwartet. Guten Appetit!

Mein Fazit: Eine recht einfache Wanderung auf Usedom, die weder zu weit noch unwegsam ist und eine abwechslungsreiche Küstenlandschaft aus Deichen, Wiesen, Feldern, Wäldern und der Gnitzer Steilküste bietet. Wer abseits des touristischen Trubels die Ruhe sucht, sollte auf dem Gnitz wandern!

 

Schwierigkeit: leicht für geübte Wanderer
Länge: 18 km
Gehzeit: ca. 3,5 – 4 h
Höhenmeter: + 120 m, – 120 m
Ausrüstung: keine besonderen Anforderungen,

Fernglas + Fotoapparat empfehlenswert

Meine Wanderung bei komoot zum Nachwandern und inklusive GPS-Daten zum Download: https://www.komoot.de/tour/10710096?ref=wtd

Tipp: Eine weitere schöne Wanderung im Hinterland der Insel Usedom ist auch die Lieper-Winkel-Runde.


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