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Schöne Radtour im Harz: Von Osterode nach Goslar

Diese herausfordernde, aber landschaftlich sehr schöne Radtour im Harz, führt Dich von Osterode, über meist wenig befahrene Nebenstraßen und asphaltierte Radwege, entlang des Flüsschens Innerste bis nach Goslar.

Die Tour kann als 2. Etappe einer kleinen Harz-Ausfahrt dienen und ist auch für Rennradfahrer geeignet. Als 1. Etappe bietet sich meine Fahrradtour im Harz von Bad Sachsa nach Osterode an, so habe ich es gemacht.

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Los geht es in Osterode im Westharz. Und es folgt auch gleich der einzige und wirklich anstrengende Anstieg auf der gesamten Etappe. Denn die Straße steigt auf der Nebenstrecke über den Osteroder Ortsteil Freiheit und das beschauliche Örtchen Lerbach bis zur Kreuzung mit der Bundestraße B241 kontinuierlich an. Hier sind auf ca. 9 km Länge etwa 330 Hm zu überwinden, was aber nicht linear erfolgt 😉 – schweißtreibend! Viel Zeit zum Sightseeing sollte man sich hier nicht nehmen, denn umso schneller ist es geschafft!

Radtour im Harz: Anfangs anspruchsvoll, später entspannt

Einzig der wunderbare Ausblick auf Lerbach (siehe Fotos), kurz vor Ende des Anstiegs ist eine Verschnaufpause wert. Von dort oben wirkt es ein bisschen wie im Miniaturwunderland…

Die B241 verlässt man nach kurzer Zeit wieder und biegt nach links in den Wald auf eine ruhige Nebenstraße ab. Ab jetzt ist gemütliches Radeln angesagt! Vorbei am Prinzenteich auf der rechten Seite, trifft man kurz darauf auf das rauschende Flüsschen Innerste, dem man ab jetzt talabwärts folgt. Es geht durch eine sattgrüne, bewaldete Gebirgslandschaft, mit vielen alten Bäumen und kleinen Almwiesen am Wegesrand.

Das letzte Stück (ca. 1,5 km) vor der Kreuzung mit der Bundesstraße B242 ist dabei eher schlecht zu befahren, da es dort nur (ziemlich kaputtes) Kopfsteinpflaster gibt. Danach ist wieder stressfreies Radeln angesagt und die Fahrt geht weiter bis zum Örtchen Wildemann. Dort gibt es in der Ortsmitte das kleine, aber feine Restaurant „Hotel Rathaus“, in dem wir sehr gut gegessen und uns von der „frischen“ Abfahrt etwas aufgewärmt haben.

Anschließend schlängelt sich die Straße um den „Hüttenberg“ (rechts) und den „Decher Berg“ (links) herum, weiter dem Talverlauf und der Innerste folgend. Es ergeben sich zahlreiche schöne Panorama-Eindrücke, die ein wenig an Österreich oder sogar Kanada erinnern.

Besonders genießen kann man die, wenn man den jetzt vorhandenen, asphaltierten Radweg neben der Straße nutzt. Dieser verläuft auf der Trasse der ehemaligen Innerstetalbahn und ist entsprechend flach. An dieser Strecke habe ich mich an manchen Stellen gefühlt wie im Märchenwald, so urig und verwachsen wirkte der Wald auf mich!

Der Radweg im Innerstetal ist toll zu fahren

Vorbei an Lautenthal geht es nun bis zum Innerstestausee und der angrenzenden Talsperre, die u.a. der Trinkwasserversorgung und dem Hochwasserschutz dient. Dort bietet sich eine weitere Rast mit Blick auf den Stausee an, auch Camping oder Verpflegung gibt es hier. Nun sind es nur noch wenige Kilometer talabwärts bis nach Langelsheim, wo man jetzt der „Lange Straße“ bzw. Hauptstraße in Richtung Astfeld und dem Tourziel Goslar folgt.

In Goslar ist natürlich die herrliche Altstadt ein „must see“, die seit 1992 zu den Weltkulturerbestätten der UNESCO gehört. Unzählige wunderschön restaurierte Fachwerkhäuser reihen sich hier aneinander, eines schöner als das andere. Sehenswert sind die Marktkirche, das Rathaus, der Marktplatz und natürlich die berühmte Kaiserpfalz. In Goslar haben sich im Mittelalter nachweislich zahlreiche Kaiser wiederholt aufgehalten, die Kaiserpfalz diente ihnen als eine Art „Reisewohnsitz„. Auch der Goslaer Dom gegenüber der Kaiserpfalz ist einen Besuch wert!

Mein Fazit: Anfangs herausfordernde Radtour im Harz, deren restliche 4/5 stetig bergab und größtenteils auf gut befahrbaren Nebenstrecken verlaufen. Landschaftlich sehr reizvoll ist das Innerstetal mit seinen tiefen, alten Wäldern und Berghängen entlang der Innerste.

 

Schwierigkeit: mittel, für geübte Radfahrer
(auf asphaltierten Wegen),
gute Grundkondition erforderlich
Länge: ca. 46 km
Fahrzeit: ca. 2,5 – 3,5 h
Höhenmeter: + 440 m, – 400 m
An-/Abreise: z.B. Autobahn A7 bis AS Seesen/Harz >
Bundesstraßen B248/B243 bis Osterode
Ausrüstung: Trekkingrad/Rennrad möglich,
Fotoapparat empfehlenswert

Meine Fahrradtour bei komoot zum Nachradeln und inklusive GPS-Daten zum Download: https://www.komoot.de/tour/21609976?ref=wtd

💡 Tipp: Diese Radtour im Harz lässt sich auch als Teil der „Großen Harz-Runde“ (200 km, +/- 3072 Hm, schwer) fahren. Hier findest Du einige weitere Impressionen aus dem Harz.


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