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Fahrradtour von Kuhlhausen/Havelberg über die Elbe ins Wendland

Auf dieser recht langen aber flachen Fahrradtour, geht es von Kuhlhausen nach Havelberg, dort über die Elbe und auf deren schöner Westseite entlang nordwestwärts bis nach Gorleben. Hier biegt man dann ins Wendland ab in Richtung Lüchow.

Schafe auf dem Elbdeich nahe Havelberg

Schafe auf dem Elbdeich nahe Havelberg

Auch in diesem Jahr habe ich in meinem Urlaub wieder eine mehrtägige Fahrrad-Trekking-Tour durch Deutschland unternommen. Nach dem Elberadweg im letzten Jahr, ging es in diesem Jahr in 11 Tages-Etappen (900 km) von Hamburg aus in Richtung Osten bis an die Müritz, dann auf dem Havel-Radweg nach Süden bis Berlin und Potsdam, um dann nach Nordwesten durch das Wendland zurück nach Hamburg zu radeln. Ich habe diese Fahrrad-Trekking-Tour „Nordostdeutsche Runde“ genannt, die hier beschriebene Etappe ist ein Teil der Tour.

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Nordostdeutsche Runde 9: Fahrradtour von Havelberg über die Elbe ins Wendland

Die Fahrradtour startet im kleinen, ruhigen Dörfchen Kuhlhausen an der Havel (siehe Voretappe), südöstlich von Havelberg. Man folgt der asphaltierten Landstraße und dem Verlauf der Havel in Richtung Nordwesten bis nach Havelberg. Havelberg ist eine kleine Hansestadt und gehört zu Sachsen-Anhalt. Es liegt strategisch günstig an der Mündung der Havel in die Elbe. Zumindest war hier einmal die Mündung, bevor diese im frühen 20. Jahrhundert etwas weiter nach Norden verlegt wurde, um die Bevölkerung vor Überflutungen zu schützen.

Sehenswert sind hier die Altstadt auf der Insel in der Havel sowie besonders der oberhalb davon gelegene Dom mit seinem imposanten Kirchenschiff und den angrenzenden Klostergebäuden. Ich selbst hatte Havelberg bereits im letzten Jahr im Rahmen meiner Elbe-Radweg-Tour besucht und fuhr deshalb diesmal daran vorbei.

Man folgt der Elbstraße direkt bis zum Fähranleger an der Elbe. Für kleines Geld wird man hier vom Fährmann und seiner antriebslosen Gierseilfähre übergesetzt, was an sich schon eine Attraktion ist! Nur die Strömung und ein veränderter Anstellwinkel der Fähre zu ihr, lässt einen fast geräuschlos ans andere Elbufer gleiten – Physikunterricht zum Anfassen! 😉

Jetzt ist man auf der Westseite der Elbe in Räbel und folgt dem dortigen Deichweg nach Norden, zuerst bis ins kleine Städtchen Werben. Es gehört mit seinen knapp 1.000 Einwohnern zu den 20 kleinsten Städten in Deutschland. Entsprechend beschaulich geht es hier zu.

Für längere Zeit geht es jetzt den Radweg am Elbe-Deich entlang, stromabwärts in Richtung Nordwesten. Immer wieder ergeben sich hier tolle Blicke auf die herrliche Auenlandschaft an der sich sanft windenden Elbe, mit ihren weiten Auslaufflächen, saftigen Wiesen und alten Weiden. Ab und zu tuckert ein Lastkahn vorüber. Mit Glück kann man hier Fischadler beobachten! Wer sich traut, findet hier auch eine Badegelegenheit, aber Achtung: Dies ist Naturschutzgebiet!

Mit Glück kann man hier an der Elbe Fischadler beobachten

Eine erste Rast bietet sich in dem kleinen Hofcafé in Beuster an, in dem es frischen Kuchen und zahlreiche Lammprodukte aus eigener Herstellung gibt. Ich habe hier gesündigt und dabei etwas Zeit vertrödelt! :-))) Anschließend geht es entlang der Landstraße durch eine weite Wiesenlandschaft, bis man auf die Bundesstraße B189 nach Wittenberge stößt. Wer mag, unternimmt einen Abstecher in diese hübsche, kleine Stadt – ich war im letzten Jahr ebenfalls bereits hier.

Hat man die B189 überquert, geht es auf einem befestigten Weg weiter bis nach Wahrenberg und dann in einem Bogen landeinwärts. Hier erreicht man nach kurzer Zeit das Flüsschen Aland, nach dem das umliegende Naturschutzgebiet benannt ist und stößt auf eine etwas klapprig wirkende Holzbrücke. Diese wird jetzt mutig überquert, auch wenn es knirscht und wackelt: no risk, no fun, oder? Eigentlich schön, dass es solche Brücken noch gibt!

Kurz nach der Brücke streift man das Örtchen Pollitz und biegt wieder Richtung Nordwesten ab, bis man nach Wanzer kommt. Ab hier schneidet man jetzt etwas das Land und entfernt sich weiter von der Elbe. Über Aulosen geht es nach Bomenzien, wo man auf einen kilometerlangen, schnurgeraden Weg einbiegt. Irgendwann passiert man dabei auch die Landesgrenze zwischen Sachsen-Anhalt und Niedersachsen, die ehemalige innerdeutsche Grenze und das Grüne Band Deutschlands. Hier wird der Weg kurz etwas sandig, danach aber wieder gut fahrbar.

Dabei kommt man auch an einem hölzernen Aussichtsturm vorbei, von dem man einen wunderbaren Blick über die umliegende Landschaft und das Flüsschen Seege hat. Ruhe pur! Kurz darauf gelangt man nach Gartow am Gartower See, an dem es einige Badestellen gibt, was in der Gegend offenbar aber recht bekannt ist. Es war an meinem Tag ziemlich voll hier.

Man folgt jetzt lange dem guten Radweg an der Gartower Straße bis nach Gorleben, wo sich das bekannte Atommüll-Lager befindet. Die Straße nach Lüchow führt direkt daran vorbei. Gorleben ist zum Sinnbild des Anti-Atomkraft-Protestes in Deutschland geworden, seit dem man den Ort 1977 als Zwischenlagerstätte für Atomrestmüll auserkoren hat. Mittlerweile untersucht man den nahen Salzstock Gorleben aber bereits auf seine Eignung als Atommüll-Endlagerstätte. Der Horror nimmt also leider kein Ende für die Gorlebener und Umgebung!

Ab jetzt biegt die Fahrradtour ins Wendland ein, führt durch viel dichten Wald, über einsame Landstraßen und durch niedliche, kleine sog. Rundlingsdörfer hindurch. Die Bauernhäuser stehen hier im weitesten Sinne in einem Kreis angeordnet um einen zentralen Platz herum. Meine Tour endete an diesem Tag in so einem Rundlingsdorf, in Tobringen. Hier hatte ich ein schönes Zimmer in einem alten Bauernhof gemietet, das von dem Bildhauer Ulrich und seiner Familie angeboten wird. Ein wunderbarer Ort mit herzlichen, offenen Menschen!

Mein Fazit: Recht lange und sehr ländliche Fahrradtour von Kuhlhausen/Havelberg bis ins Wendland, bei der vor allem Naturliebhaber und Vogelbeobachter auf ihre Kosten kommen werden! Auf vielen Abschnitten ist man hier vollkommen allein mit sich und der Flusslandschaft.

 

Schwierigkeit: mittel, für geübte Fahrradfahrer
Länge: ca. 90 km
Fahrzeit: ca. 5 – 6 h
Höhenmeter: + 190 m, – 200 m
An-/Abreise: am einfachsten mit dem Auto
Ausrüstung: keine besonderen Anforderungen,

Fernglas empfehlenswert

Meine Fahrradtour von Havelberg ins Wendland zum Nachradeln und inklusive GPS-Daten zum Download:

Gesamtstrecke 90.375 m
Höchster Pkt. 38 m | Niedrigster Pkt. 7 m
Anstieg Σ  1.109 m | Abstieg Σ -1.129 m
Gesamtzeit (inkl. Pausen) ⏰ 06:48 h:min
⇓ Download als GPX-Datei »

💡Tipp: Finde die für Dich passende Fahrradtour – mit meiner Suche unter „Deine♥Tour finden„!

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