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Elberadweg: Radtour von Lauenburg nach Hitzacker

Diese Radtour von Lauenburg nach Hitzacker in Niedersachsen, führt auf dem Elberadweg entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze an der Elbe. Durch wunderschöne, einsame Flussauen und vorbei an kleinen Dörfchen geht es südostwärts, den Wind im Rücken. Zu entdecken gibt es ein kleines Schloss und 2 spannende Fährüberfahrten sind zu absolvieren – los geht´s!

Die kleine Fähre Hitzacker - Bitter am Elberadweg, im Hintergrund Hitzacker

Die kleine Fähre Hitzacker – Bitter am Elberadweg, im Hintergrund Hitzacker

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Hintergrund: Den Elberadweg bin ich im Juni 2016 bei bestem Sommerwetter geradelt. Dabei bin ich von meiner Heimatstadt Hamburg aus, in insgesamt 11 Tagesetappen die Elbe hinauf bis nach Radebeul/Dresden in Sachsen gefahren. Insgesamt fast 600 km auf dem Fahrrad, immer entlang dieses wunderbaren Flusses mit seinen vielen, hübschen Auen und kleinen Buchten. Die nachfolgend beschriebene Radtour ist ein Teil der gesamten Strecke des Elberadweges.

Bevor es auf den Elberadweg geht, lohnt zu allererst ein Besuch des Lauenburger Schlosses und seines Schlossturms, oberhalb der Altstadt. Dieser verhältnismäßig bescheidene Bau, beherbergt heute die Stadtverwaltung Lauenburgs, der alte Wehrturm nebenan kann noch besichtigt werden. Imposant ist vor allem aber die Aussicht von hier oben auf die Elbe und das umliegende Niedersachsen. Ein Vorgeschmack auf das, was einen die nächsten Stunden erwartet!

Logo des Elberadweges

Logo des Elberadweges

Durch die Altstadt von Lauenburg und über die große, stählerne Elbbrücke, geht es auf die Südseite der Elbe und den dortigen, gut ausgebauten Radweg in Richtung Bleckede (ca. 25 km). Ich hatte an diesem Tag herrliches Sommerwetter und glitt so förmlich durch die Landschaft. Links der Elbdeich, rechts die Elbaue, Sümpfe, Störche, Wäldchen, kleine Gehöfte. Weit und breit kaum eine Menschenseele zu sehen. Ruhe pur. Herrlich!

Elberadweg 2: Radtour von Lauenburg nach Hitzacker

In der Ferne ist links bald Boizenburg mit seinem Kirchturm zu erahnen. Lastkähne tuckern langsam vorbei. Hinter Radegast knickt der Elberadweg dann um 90° nach rechts und es geht vorbei am „Radegaster Haken„, einer sumpfigen Niederung im Elbmarschland. Das gesamte umliegende Gebiet wird bezeichnet als „Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue„. Charakteristisch sind die üppigen Überschwemmungsflächen und der meist noch ursprüngliche Flussverlauf der Elbe, zu erkennen an den kleineren, alten Flussarmen.

Kurz darauf erreicht man Bleckede, ein kleines niedersächsisches Städtchen mit Elbhafen und Fährbetrieb. Gleich hinter dem Ortseingang, stößt man auf das hübsche Schloss Bleckede. Dieses beherbergt heute das sog. „Biosphaerium Elbtalaue„, ein sehr sehenswertes Informationszentrum über die Flora und Fauna des Biosphärenreservats. Dort kann man in der Biberburg sogar Biber live beobachten! Auch ein kleines Café mit frischem Kuchen gibt es hier, im Hof kann man gut sitzen.

Fährt man vom Bleckeder Hafen die Elbstraße bis zur Elbe weiter, gelangt man zum Anleger der Elbfähre Amt Neuhaus, die Autos, Radler und Fußgänger für kleines Geld auf die östliche Elbseite bringt. Die Überfahrt dauert 5 Minuten. Ein ehemaliger Wachturm zeugt dort in Neu Bleckede von der Lage an der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Hier verlief bis 1989 die streng bewachte Grenze zwischen DDR und BRD. Auf solche Relikte aus der Vergangenheit wird man jetzt noch öfter stoßen, manche können sogar besichtigt werden.

Der Elberadweg führt hier entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze

In gleichmäßigem Tempo, folgt man nun der sich schlängelnden Elbe in Richtung Südosten. Mal gelangt man dabei sehr dicht an ihre Ufer und mal holt der Elberadweg in weitem Bogen aus, um sich dem Fluss anschließend erneut zu nähern. Kleine Buchten laden zum Verweilen und Pausieren am Elbrand ein. Milane und Falken ziehen am Himmel ihre Kreise, wer mag, nutzt die Gelegenheit für ein erfrischendes Bad in der Elbe, Platz ist genug da.

Bis nach Hitzacker ist es nun nicht mehr weit. In Herrenhof am Elbanleger wartet man auf die kleine Fähre (1. April – 15. Oktober), die einen in dieses wunderhübsche, aber auch immer wieder von Hochwassern geplagte Elbstädtchen übersetzt. Sehenswert ist hier vor allem die Altstadt mit ihren zahlreichen Fachwerkhäusern auf der vom Flüsschen Jeetzel umflossenen Insel. Hier gibt es viele kleine kreative Ecken und Cafés zu entdecken, die den Radler nach den vielen gefahrenen Kilometern zu Stärkung und Entspannung einladen.

Sehr empfehlenswert ist zudem der Besuch des Weinbergs, nordwestlich der Altstadt. Hier wird über Jahrhunderte schon Wein angebaut. Von dessen Plateau kann man einen wunderschönen Blick über Hitzacker und die umliegende Elbtalaue genießen (siehe Fotos). Vielleicht bei einem kühlen Weißwein am Abend?

Mein Fazit: Leicht zu fahrende, weil flache Radtour von Lauenburg nach Hitzacker auf dem Elberadweg! Die sanfte und natürliche Landschaft der Niedersächsischen Elbtalaue ist einfach bezaubernd, die Altstädte von Lauenburg und Hitzacker sind auch einen zweiten Blick wert. Toll!

 

Schwierigkeit: leicht, für geübte Radfahrer;
gute Grundkondition erforderlich
Länge: ca. 59 km
Fahrzeit: ca. 4 h
Höhenmeter: + 130 m, – 170 m
An-/Abreise: Deutsche Bahn bis Lauenburg
Ausrüstung: Trekkingrad oder Mountainbike,
Fernglas + Fotoapparat
empfehlenswert

Meine Radtour von Lauenburg nach Hitzacker zum Nachradeln und inklusive GPS-Daten zum Download:

Gesamtstrecke 58.622 m
Höchster Pkt. 53 m | Niedrigster Pkt. 4 m
Anstieg Σ  757 m | Abstieg Σ -795 m
Gesamtzeit (inkl. Pausen) ⏰ 05:58 h:min
⇓ Download als GPX-Datei »

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