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Fahrradtour durch die Lüneburger Heide: Undeloh, Handeloh, alle froh?

Diese entspannte Fahrradtour führt Dich ins Herz der Lüneburger Heide, nach Undeloh. Über ruhige Landstraßen und einsame Waldwege geht es durch die schöne, offene Heidelandschaft und durch tiefe Wälder, Einkehr im Hofcafé inklusive. Los geht’s!

Fahrradtour durch die Lüneburger Heide - am Feldweg bei Hanstedt
Fahrradtour durch die Lüneburger Heide – am Feldweg bei Hanstedt

Das die „Lüneburger Heide“ zu jeder Jahreszeit schön ist, muss ich meinen treuen Bloglesern und Leserinnen wohl nicht mehr erklären (Neulinge finden hier Touren in der Lüneburger Heide aus unterschiedlichen Jahreszeiten).

Ihren größten Reiz hat die Heide aber ganz sicher zwischen Anfang August und Mitte September, denn da blüht sie, genauer gesagt die „Calluna vulgares“ blüht, die Besenheide.

Eine alte, populäre „Heidjer Bauernregel“ besagt:

„Die Heide blüht zwischen dem 8.8. und dem 9.9. eines Jahres!“

https://naturpark-lueneburger-heide.de/natur-und-kultur/heide/heidebluete

Und eine neuere Regel eines populären Outdoor-Bloggers besagt:

„Die Lüneburger Heide wird am stärksten zwischen dem 8.8. und 9.9. von staunenden Touristen, verschwitzten Wanderern und hektischen Radfahrern besucht!“

Alex von Draussenlust.de ?

Das wollten wir uns in diesem Jahr nicht entgehen lassen (also die Blüte, nicht die Touristenmassen ?. Zudem wollten wir checken, ob die benannte “Heidjer Regel” stimmt und mit der Blogger-Regel korreliert! Deshalb brachen wir am letzten Sonntag im August zu dieser entspannten Fahrradtour durch die schöne Lüneburger Heide auf.


Auf zur Fahrradtour durch die Lüneburger Heide

Zur Übersichtskarte dieser Tour »

Unser Startpunkt war Jesteburg, ein kleines Städtchen, das am Nordrand der Heide und etwa 30 km südlich von Hamburg gelegen ist. Nachdem die Fahrräder (auf dem am Wochenende kostenfreien Parkplatz beim Budni) vom Autodach geholt waren, starteten wir die Radtour in Richtung Asendorf (Südosten).

Die blühende Heide bei Hanstedt
Die blühende Heide bei Hanstedt

Schon nach wenigen hundert Metern verließen wir Jesteburg und waren umgeben von Wald und Feld. Auf dem gut zu radelnden, asphaltierten Radweg neben der Landstraße erreichten wir schon nach wenigen Minuten Asendorf. Dort bogen wir an der zweiten Gabelung, hinter der Rechtskurve der Landstraße, in Richtung Dierckshausen ab.

Ab hier wurde die Fahrradtour nun deutlich ruhiger, denn die Landstraße zwischen Asendorf und Dierckshausen war recht wenig befahren. So konnten wir die wunderschöne Feld- und Wiesenlandschaft links und rechts neben dem Radweg viel besser genießen.

In Dierckshausen bogen wir nach links in Richtung Hanstedt ab, das wir bei Kilometer 7 auch erreichten. Der Name Hanstedt bedeutet laut Wikipedia soviel wie „hohe Siedlung“, was uns nach dem folgenden Anstieg im Wald südwestlich des Örtchens auch keuchend bewusst wurde – heftig!

💡 Tipp: Wer Zeit für einen kleinen Abstecher hat, kann einen Besuch des neuen Baumwipfelpfades südöstlich von Hanstedt wagen (ca. 4 km hin und zurück zu dieser Strecke). Ich war selbst noch nicht da, habe es aber vor, weil gehört, dass es sich lohnen soll! Schreib mir und den anderen Lesern gern einen Kommentar wie’s war!


Gut zu befahrende Radwege machen die Tour recht entspannt

Lohn der kurzen Strampelmühe war ein herrlicher Blick über die in zartrosa bis violett blühende Heide, den wir für eine Weile von einer kleinen Bank an dieser Wegkreuzung genossen. Wenn wir ganz leise waren, konnten wir sogar das Summen der Bienen hören, die sich hier über die Blütenpracht hermachten. Wunderbar!

Die Heide bei Hanstedt
Die Heide bei Hanstedt

Wir folgten dem Sandweg entlang der Heidefläche und bogen nach etwa 1,5 km hier nach links auf einen Waldweg in Richtung unseres nächsten Ziels ab: Undeloh. Für etwa 7 km folgten wir nun südwärts dem Weg durch tiefen Wald hindurch. Nur ab und an gab es hier zucker-sandige Stellen, die uns zum Absteigen zwangen, ansonsten kamen wir gut voran.

Der gut zu fahrende Waldweg zwischen Hanstedt und Undeloh
Der gut zu fahrende Waldweg zwischen Hanstedt und Undeloh

Bald erreichten wir Undeloh, machten kurz Halt an der hübschen St. Magdalenen Kirche, folgten dann ein Stück der „Wilseder Straße“ südwärts, bis wir schließlich entnervt umkehrten…

Undeloh machte seinem Ruf als touristisches Zentrum der Lüneburger Heide an diesem Sonntag alle Ehre. Es war schlicht zu voll! Dichtes Gedränge aus Autos, voll besetzten Pferdekutschen, vielen schlendernden Fußgängern, “slamlomierenden” Radfahrern und einigen Wanderern bestimmte die Szenerie. Zahlreiche Marktstände warben mit allerlei Heide-Kitsch um Käufer, Cafés und Restaurants rappelvoll. Zuviel für uns! 

An der St. Magdalenen Kirche in Undeloh
An der St. Magdalenen Kirche in Undeloh

Also radelten wir an der Kirche rasch in Richtung Wesel (nordwestlich) weiter, immer dem bequemen Radweg neben der Landstraße folgend. Wieder ging es vorbei an weiten, blühenden Heideflächen, die im Sonnenschein noch schöner wirkten.

Die blühende Besenheide im strahlenden Sonnenschein (Ende August)
Die blühende Besenheide im strahlenden Sonnenschein (Ende August)

Gastfreundschaft ist nicht jedermanns Sache

In Wesel angekommen, wollten wir zu Café und Kuchen einkehren, erreichten aber weder im „Gasthof Heidelust“ (geschlossen) noch in der „Pension Hillmershoff“ gegenüber (O-Ton: „…nehmen für 30 min erstmal keine weitere Bedienung vor, wegen Vorbereitung auf das Abendgeschäft.“) etwas. Muss man sich auch leisten können sowas. ?

Egal. Andere Orte haben auch schöne Cafés! Und wie zur Bestätigung war das mit dem Hofcafé „Cassenshof“ in Inzmühlen, 5 km hinter Wesel, kurz vor Handeloh direkt an der Landstraße und am Flüsschen „Seeve“ gelegen, der Fall. Frischer Kuchen, guter Café und die letzten Kirschen dieses Sommers versüßten uns die Rast auf dem großen, idyllischen Grundstück des Hofes.

So gestärkt brachen wir schließlich für die restlichen 14 km dieser Fahrradtour auf. Wir folgten der Landstraße bis ins Heideörtchen Handeloh und bogen dort nach rechts in die „Wörmer Straße“ ein, der wir anschließend für 3 km bis nach Wörme folgten.

Auf dem Radweg neben der Landstraße zwischen Handeloh und Jesteburg in der Lüneburger Heide
Auf dem Radweg neben der Landstraße zwischen Handeloh und Jesteburg in der Lüneburger Heide

Dort bogen wir nach rechts ab, um der Landstraße weiter ostwärts zu folgen. Eine herrliche, sanfte Kulturlandschaft aus Feldern, kleinen Wäldern und Alleen bildete hier die Kulisse für den allmählichen Ausklang unserer gemütlichen Radtour.


Die Heidjer Bauernregel stimmt!

Rechterhand streiften wir hier dabei das „Naturschutzgebiet Seeve“, das das Flüsschen Seeve zwischen Inzmühlen im Süden und Lüllau im Norden beschützt. Die Seeve selbst war vom Radweg aus allerdings nur über die auenartige Landschaft zu erahnen, sie selbst hielt sich verdeckt.

Von Lüllau aus waren es dann nur noch knappe 5 km, bis wir Jesteburg – den Ausgangspunkt unserer Fahrradtour durch die Lüneburger Heide – erreichten und glücklich resümierten: Die „Heidjer Bauernregel“ stimmt, die andere aber auch, wenigstens für Undeloh! 😉


Mein Fazit

Herrlich entspannte Fahrradtour durch die Lüneburger Heide auf meist einfach zu fahrenden, oft sogar asphaltierten Wegen. Gerade im August und September genießt man das Privileg die blühende Heide zu erleben, was die Landschaft noch reizvoller, allerdings auch weniger menschenleer macht. An den Sommer-Wochenenden sollte man Undeloh eher meiden, wenn man touristisches Gedränge nicht mag! Empfehlenswert.

 

Schwierigkeit: mittel, für geübte Radfahrer;
gute Grundkondition erforderlich
Länge: ca. 43 km
Fahrzeit: ca.  3 – 3,5 h
Höhenmeter: + 350 m, – 350 m
An-/Abreise:

z.B. mit dem Pkw über die Auto-
bahn A7 bis AS Ramelsloh

oder

per Bahn ab Hamburg Hbf bis
Buchholz i.d. Nordheide, dann
ab Buchholz ZOB weiter per
HVV-Buslinie 4630 oder 4632
bis Jesteburg

Ausrüstung: Trekkingrad/Mountainbike,
Kamera empfehlenswert

Übersichtskarte

(hier klicken, wenn nicht angezeigt)
Meine Fahrradtour durch die Lüneburger Heide zum Nachradeln und inklusive GPS-Daten zum Download:

Aufgezeichnete Tourdaten:
Gesamtstrecke 43,4 km
Höchster Pkt. 127 m Tiefster Pkt. 22 m
Anstieg Σ  347 m Abstieg Σ -344 m
Gesamtzeit (inkl. Pausen) ⏳ 04:26 h:min


Tourtipps drumherum

💡 Tipp 1: Die Lüneburger Heide ist auch ein Wanderparadies, das Du z.B. beim Wandern auf dem Heidschnuckenweg entdecken kannst!

💡 Tipp 2: Finde Deine neue Lieblingstour – mit meiner Suche unter Deine ♥Tour finden!

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