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Wandern in Hamburg: Vom Wohldörfer Wald durch das Duvenstedter Brook nach Sülfeld

Wandern in Hamburg muss nicht immer von städtischem Trubel umgeben sein, wie diese Tour beweist. Es geht im äußersten Norden von Hamburg vom Wohlstedter Wald durch das wunderbare Duvenstedter Brook über Jersbek bis in ländliche Sülfeld in Schleswig-Holstein. Los geht´s!

Birken und Sumpflandschaft im Duvenstedter Brook

Birken und Sumpflandschaft im Duvenstedter Brook

Wandern in Hamburg: Durch das Duvenstedter Brook nach Sülfeld

Die Anreise für diese Tour macht man am besten per HVV und fährt mit der U-Bahn U1 bis zur Endhaltestelle „Ohlstedt“. Die spuckt Dich quasi mitten im grünen Hamburger Norden aus! Ich habe diese Wanderung im Februar zusammen mit den „Wikingern“ von der gleichnamigen Hamburger Wanderrudergesellschaft unternommen. Tipp: Diese führen jedes Jahr im Winter schöne Wanderungen am Wochenende durch, bei denen man als Gast mitwandern darf!

Durch das „Naturschutzgebiet Wohldorfer Wald“ geht es nordwärts bis nach Wohldorf wo die eigentliche Tour am Mühlenteich startet. Hier sind wir in einer eher besseren Hamburger Gegend, wie das ein oder andere Anwesen um uns herum bezeugt!

Zur Übersichtskarte dieser Tour »

Am Flüsschen „Ammersbek“ geht es ein Stückchen längs, bis links der Weberstieg einbiegt. Wenig später stößt man links auf das sehr sehenswerte und interessante Informationszentrum des NABU („BrookHus“), das Auskunft über Flora und Fauna des Naturschutzgebietes „Duvenstedter Brook“ gibt. Man ist jetzt am südwestlichen Rand des Brooks angekommen.

Ein Stück folgt man jetzt noch dem Wiemerskamper Weg nordwärts, bis irgendwann rechts bei „Kuckuck“ ein unbefestigter Weg im 90°-Winkel abzweigt, hier biegt man ein. (Hinweis: Zwischen März und Juli ist dieser Weg wegen der Brutzeit gesperrt, dann bitte weiter nördlich erst den Bültenkrugsweg nehmen.) Man geht jetzt auf dem sog. „Grenzwall„, bis dieser links auf einen weiteren Weg trifft. Hier biegt man links auf den Weg „Zum Grenzwall“ ein und folgt diesem bis zum „Bültenkrugsweg“. Diesem Weg folgt man jetzt lange geradeaus.

Rechts vom Weg befindet sich jetzt das große Moorgebiet, welches sozusagen das Herz des Duvenstedter Brooks bildet. Zahlreiche noch vitale und viele bereits abgestorbene Birken sowie kleine Pfuhle und Sumpfgras zeugen vom morastigen Untergrund. Ein Paradies für Kraniche, Graureiher und viele weitere Wasservögel.

Bekannt ist das Brook auch für die Brunft der Rothirsche und des Dammwildes, die man hier als Besucher im Herbst beobachten kann. Wenn man Glück hat, kann man hier auch Seeadler oder Fischadler beobachten, ein Fernglas kann hier also nicht schaden! Aber auch seltene Pflanzen wie Sonnentau, Orchideen oder Knabenkraut sind im Brook zu finden.

Kraniche und Graureiher, mit Glück auch Seeadler lassen sich im Brook beobachten

Der Weg führt weiter nach Osten, bis er irgendwann scharf nach rechts einbiegt, um kurz darauf nach links abzuknicken. Nach kurzer Zeit erreicht man das Örtchen „Klein Hansdorf“, das man aber kurz darauf bereits wieder nach Norden verlässt. Jetzt geht es auf meist unbefestigten Wegen durch eine weite Feld- und Wiesenlandschaft, bis man nach Jersbek gelangt.

Der Ort ist für seine schöne Gutsanlage mit dem zugehörigen Torhaus und dem Eiskeller bekannt. Das Herrenhaus steht unter Denkmalschutz und befindet sich in Privatbesitz, kann also nicht besichtigt werden. Man darf aber durch den recht gut erhaltenen Barockgarten hindurch und damit am Gut vorbei wandern. Wer mag, kann vorher in Jersbek noch in das „Landgasthaus Zum Fasanenhof“ einkehren und sich bei deutscher Hausmannskost stärken!

Durch den Barockgarten geht es anschließend entlang seiner Achsen und mehrreihiger Lindenalleen bis in den „Jersbeker Forst„. Anschließend überquert man die Bargfelder Straße geradeaus, um wenig später auf die Sülfelder Straße zu stoßen, der man nun in Richtung Sülfeld folgt. Das Ziel dieser Wanderung ist erreicht!

Von Sülfeld aus nimmt man jetzt am besten den HVV-Bus bis Bad Oldesloe ZOB und von dort die Regionalbahn zurück bis Hamburg Hauptbahnhof. Die Wartezeit kann man sich gut bei einem Stück Kuchen z.B. in der Keksdose Sülfeld versüßen.

Mein Fazit: Eine gut mit dem HVV erreichbare Wanderung durch eines der schönsten Naturschutzgebiete Hamburgs, wie ich finde! Gerade im Frühjahr oder Spätsommer/Herbst ist eine Wanderung durch das Duvenstedter Brook und entlang des Moores ein Erlebnis, wenn man Vögel oder Wild beobachten möchte und die Tiere dabei nicht stört. Wandern in Hamburg von seiner natürlichsten Seite!

 

Schwierigkeit: leicht für geübte Wanderer
Länge: ca. 22 km
Gehzeit: ca. 4 – 4,5 h
Höhenmeter: + 70 m, – 60 m
An-/Abreise: Ubahn U1 bis Ohlstedt;
HVV-Bus von Sülfeld bis Bad Oldesloe ZOB
+ Regionalbahn nach Hamburg Hbf.
Ausrüstung: keine besonderen Anforderungen,
Fernglas + Fotoapparat empfehlenswert

Meine Wanderung durch das Duvenstedter Brook zum Nachwandern und inklusive GPS-Daten zum Download:

Gesamtstrecke 20.167 m
Höchster Pkt. 53 m | Niedrigster Pkt. 17 m
Anstieg Σ  219 m | Abstieg Σ -206 m
Gesamtzeit (inkl. Pausen) ⏰ 05:54 h:min
⇓ Download als GPX-Datei »

💡 Tipp 1: Das Duvenstedter Brook bietet sich auch für eine kleine Rundwanderung an, z.B. wie auf meiner winterlichen Wanderung im Duvenstedter Brook.

💡 Tipp 2: Oder wie wäre es mit einer Rundwanderung im Himmelmoor bei Quickborn?

💡 Tipp 3: Wenn Du Lust auf noch mehr Moor hast, lege ich Dir diese Wanderung sehr ans Herz: Kleine Rundwanderung durch das Pietzmoor bei Schneverdingen

Frage? Anregung? Schreib mir: