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Wandern durch die Lüneburger Heide: Auf dem Heidschnuckenweg ins Herz der Heide

Die Lüneburger Heide ist nicht nur schön, wenn sie im Sommer blüht. Von ihren winterlichen Reizen kannst Du dich auf dieser Wanderung auf dem Heidschnuckenweg, die Dich von Handeloh ostwärts einmal quer durch sie hindurchführt, überzeugen. Auf geht’s!

Winterliche Lüneburger Heide auf dem Heidschnuckenweg bei Wesel
Winterliche Lüneburger Heide auf dem Heidschnuckenweg bei Wesel

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Was viele nicht wissen: Die Lüneburger Heide ist keine ursprüngliche Naturlandschaft, sondern eine Kulturlandschaft. So wie wir sie heute kennen und lieben ist sie das „Resultat“ des Einwirkens – der Kultivierung – durch den Menschen.

Diese heute weitläufige und malerische Heidelandschaft gibt es in dieser Art nur, weil die ehemals dort vorzufindenden großen Waldgebiete auf sandigem, unfruchtbarem Boden über Jahrtausende überweidet wurden. Die Wälder wurden, wegen des großen Bedarfs an Holz, vor allem im Mittelalter gerodet, das Holz als Baumaterial, als Brennstoff oder zur Verwendung in der Lüneburger Saline (siehe Wikipedia) genutzt.

Winterliche Heidelandschaft nahe Undeloh auf dem Heidschnuckenweg in der Lüneburger Heide
Winterliche Heidelandschaft nahe Undeloh auf dem Heidschnuckenweg in der Lüneburger Heide

Entstanden ist eine, in dieser Größe ziemlich einmalige Landschaft, die es so in Europa nicht noch einmal gibt. Einen guten Eindruck von der Schönheit der Lüneburger Heide gewinnst Du, wenn Du beispielsweise auf dem Heidschnuckenweg wanderst. Der Heidschnuckenweg ist ein Fernwanderweg, der Dich auf 13 Tagesetappen und insgesamt 230 km vom Südwesten Hamburgs bis nach Celle, nordöstlich von Hannover führt.

Wandern durch die Lüneburger Heide – Auf dem Heidschnuckenweg ins Herz der Heide

Diese Wanderung nutzt einen Teil des Heidschnuckenwegs (Etappe 3). Wir starten an der Westseite des Bahnhofs Handeloh, zu dem Du am besten per Bahn (erixx s.u.) ab z.B. Buchholz gelangst. In südwestliche Richtung verlassen wir zunächst den kleinen Ort, finden uns bald zwischen offenen Feldern und kurz darauf in einem Wald wieder.

Schön vorsichtig: erixx-Bahnlinie überqueren südlich von Handeloh
Schön vorsichtig: erixx-Bahnlinie überqueren südlich von Handeloh

Nach etwa 3 km überqueren wir die Bahnlinie des erixx und tauchen danach endlich ein in das Naturschutzgebiet Lüneburger Heide. Denn unmittelbar östlich der Bahnlinie zeigt sich die Heide schon von ihrer lieblichen (an meinem Wandertag auch winterlichen) Seite. Der Weg führt uns durch eine halboffene Landschaft mit bodenbedeckender Besenheide und solitär stehenden Birken und Kiefern.

Winterliche Lüneburger Heide auf dem Heidschnuckenweg bei Handeloh
Winterliche Lüneburger Heide auf dem Heidschnuckenweg bei Handeloh

Ein paar hundert Meter weiter treffen wir auf die Seeve, ein kleines Flüsschen, dessen Verlauf wir ein Stück stromaufwärts (südwärts) folgen, bis wir auf eine Brücke stoßen, über die wir sie überqueren. Wir sind nun auf dem Heidschnuckenweg, dessen Markierungen („H“) an den Bäumen wir weiter verfolgen.

Die winterliche Seeve am Heidschnuckenweg
Die winterliche Seeve am Heidschnuckenweg

Immer wieder wechseln sich hier kleine Waldgebiete mit offenen Feld- oder reizvollen Heideflächen ab. Wir wandern durch das Heidedorf Wesel und schwenken dahinter auf einen südöstlichen Kurs ein. Die Landschaft wird hier nun deutlich welliger, was ihr Kontur verleiht und für uns auf den gut ausgebauten Wegen nicht sonderlich anstrengend ist.

Winterliche Lüneburger Heide bei Handeloh
Winterliche Lüneburger Heide bei Handeloh

Nach einer längeren Waldpassage erreichen wir schließlich Undeloh, eine der „touristischen Hauptumschlagbasen“ in der Lüneburger Heide. Im Sommer geht es hier meist sehr trubelig zu, starten hier doch viele der geführten Touren und bequemen Kutschfahrten durch die Heide.

Undeloh ist ein touristisches Zentrum in der Lüneburger Heide

Sehenswert sind in Undeloh die zahlreichen, heidetypischen (teilweise reetgedeckten) Fachwerkhäuser und die Heidekirche St. Magdalenen. Zudem gibt es für Interessierte am südlichen Ortsrand ein informatives Heide-Erlebnis-Zentrum, das zur Geschichte und Entstehung der Kulturlandschaft informiert.

Kleiner Teich und Fachwerkhaus in Undeloh am Heidschnuckenweg
Kleiner Teich und Fachwerkhaus in Undeloh am Heidschnuckenweg

Undeloh liegt an der Quelle des kleinen Radenbaches, dessen Verlauf wir jetzt ostwärts durch das Radenbachtal folgen und den Heidschnuckenweg damit verlassen. Hier war ich bereits im letzten Sommer zur Heideblüte wandern und entsprechend gespannt war ich, diesen reizenden Ort im Winter wiederzusehen.

Winterliches Radenbachtal nahe Undeloh in der Lüneburger Heide
Winterliches Radenbachtal nahe Undeloh in der Lüneburger Heide

Wie die Fotos zeigen, wurde ich nicht enttäuscht. Die Rauhreif-betupfte Besenheide, die vielen Wacholdersträucher und Birken, die tief stehende Wintersonne über der welligen Landschaft boten mir einen zauberhaften Anblick und Dir auf dieser Wanderung mit Sicherheit auch!

Das liebliche Radenbachtal lädt zum Verweilen ein

Schließlich mündet der Radenbach weiter östlich in die breitere Schmale Aue, die wir etwas nördlich davon überqueren, um kurz darauf durch eine langgezogene Lichtung zu wandern.

An der Schmalen Aue unweit von Egestorf
An der Schmalen Aue unweit von Egestorf
Winterliche Lichtung unweit von Egestorf
Winterliche Lichtung unweit von Egestorf

Zum Abschluss folgt kurz vor Egestorf, unserem Tagesziel, noch der „Anstieg“ des Tages. Wir erklimmen einen kleinen Hügel, genießen den Ausblick und freuen uns auf die letzten Meter nach Egestorf, das wir schließlich aus Westen kommend erreichen.

An der alten Dorfkirche endet unsere Wanderung, wer mag kehrt noch ins Café gegenüber ein oder nimmt gleich den Bus zurück nach Buchholz…

 

Mein Fazit: Eine wunderbare, naturnahe Wanderung durch die Lüneburger Heide zwischen Handeloh, Undeloh und Egestorf, die einen guten Eindruck der unterschiedlichen Landschaftsformen des Naturschutzgebietes vermittelt. Der Heidschnuckenweg ist gut ausgebaut und ausgeschildert und vor allem in der Nebensaison oder im Winter nicht stark frequentiert.

 

Schwierigkeit: mittel, für geübte Wanderer
Länge: ca. 28,5 km
Gehzeit: ca. 5,5 – 6 h
Höhenmeter: + 180 m, – 130 m
An-/Abreise: z.B. per Bahn (erixx) ab Buchholz
i.d. Nordheide bis Handelch;
zurück per Bus ab Egestorf
Ausrüstung: keine besonderen Anforderungen,
Fernglas + Fotoapparat empfehlenswert

Wandern durch die Lüneburger Heide auf dem Heidschnuckenweg ab Handeloh zum Nachwandern und inklusive GPS-Daten zum Download:

Gesamtstrecke 28.382 m
Höchster Pkt. 115 m | Niedrigster Pkt. 48 m
Anstieg Σ  178 m | Abstieg Σ -126 m
Gesamtzeit (inkl. Pausen) ⏰ 06:29 h:min
⇓ Download als GPX-Datei »

 

💡 Tipp 1: Sehr schön und empfehlenswert ist auch die Wanderung zum Totengrund in der Lüneburger Heide!

💡 Tipp 2:
Du möchtest mit dem Wandern beginnen? Lies zuvor meine 10 Tipps für Wander-Einsteiger und dann sollte eigentlich nichts schief gehen!

Ein Kommentar zu “Wandern durch die Lüneburger Heide: Auf dem Heidschnuckenweg ins Herz der Heide

  1. Stefanie

    Das sieht wirklich wunderschön aus mit dem Raureif auf der Heide! Ich bin die Etappe mal im Mai gelaufen; von Undeloh dann weiter auf dem Heidschnuckenweg nach Wilsede. Dort haben wir übernachtet. Das war ganz anders als Deine Wanderung – aber auch herrlich. Und mindestens ebenso einsam. In der Heide ist wohl echt nur zur Heideblüte so richtig was los. Wunderbar. Schönen Sonntag, Stefanie

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