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Wandern auf Fehmarn: Von Puttgarden entlang der Ostküste nach Burg

Diese anspruchsvolle Wanderung bringt uns die rauhe Schönheit der drittgrößten deutschen Insel näher: Fehmarn. Von Puttgarden aus wandern wir entlang der Ostküste der Insel bis an ihr südöstliches Kap, von wo aus es schließlich nach Burg, der Inselhauptstadt Fehmarns geht. Auf geht’s!

Wandern auf Fehmarn: Idylle am Südostzipfel der Insel
Wandern auf Fehmarn: Idylle am Südostzipfel der Insel

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Auf die Insel Fehmarn gelangen wir am besten und entspanntesten mit dem Zug. Denn sie ist beliebt. Nicht nur bei typischen Urlaubern und wegen der vielen Sonnentage, sondern auch bei Kitern und Windsurfern (wegen des oft rauhen Windes) sowie Golfern oder Beachvolleyballern.

Entsprechend voll wird es dann in der Saison und auch an sonstigen, sonnigen Tagen auf den Straßen in Richtung Puttgarden, vor allem auf der Autobahn A1. Und da sie alle über die eine Fehmarnsundbrücke, östlich von Heiligenhafen, müssen, sind Staus damit vorprogrammiert. Also: Auto am besten stehen lassen!

Wandern auf Fehmarn: Von Puttgarden nach Burg

Für diese Wanderung reisen wir also mit dem Zug nach Puttgarden an, der uns direkt vor dem Fährterminal der Linie Puttgarden – Rødby absetzt. Von hier aus kann man per Pkw, Lkw oder mit dem Zug nach Dänemark übersetzen. Oder aber wandern gehen, wie wir es jetzt tun.

Der Strand in der Nähe von Puttgarden auf Fehmarn
Der Strand in der Nähe von Puttgarden auf Fehmarn

Wir laufen zunächst für etwa 1 km westwärts, dann nach Süden und durch Puttgarden, um den Bahnhof und das Industriegelände zu umgehen. Am Südrand Puttgardens, nach etwa 2 km, biegen wir in Richtung Osten ab (Marienleuchter Weg) und gehen jetzt für etwa 3 km geradeaus und über flaches Land, vorbei an hastig rotierenden Windrädern, um an die Ostküste der Insel zu gelangen.

Dort, südlich des Örtchens Marienleuchte, startet nun der schöne Teil unserer Wanderung! Entlang der wilden, teils steinigen und steilen Küste wandern wir auf dem Küstenweg nun südwärts, lassen uns den oft rauhen Wind ins Gesicht pusten und unseren Gedanken freien Lauf. 

Der Strand südöstlich von Puttgarden auf Fehmarn
Der Strand südöstlich von Puttgarden auf Fehmarn

Wanderst Du hier im Sommerhalbjahr entlang, hast Du auf den nächsten 10-12 km nun genügend Wahlmöglichkeiten, ein kühles Bad in der Ostsee zu nehmen, zu schwimmen oder einfach nur den Wolken bei ihrem Zug über den Himmel zuzuschauen.

Selbst Jimi Hendrix war schon hier

Die Ostseeinsel Fehmarn ist 185 km² groß und verfügt insgesamt über 78 km Küstenlinie. Während die Nordküste bei Puttgarden eine Dünenlandschaft ist, ist die Ostküste, an der wir gerade wandern, eine meist steinige Kliffküste, die in Richtung Süden langsam an Höhe gewinnt. Die Südküste bei Burgtiefe, an die wir gegen Ende der Wanderung gelangen, ist sandig, weiß, flach und sonnig (Süden!)– der ideale Badestrand, im Sommer aber auch entsprechend belebt!

Naturstrand auf Fehmarn
Naturstrand auf Fehmarn

Fun-fact: Jimi Hendrix spielte auf Fehmarn im Jahre 1970 sein letztes Konzert im Rahmen des damaligen „Love-and-Peace-Festivals“ – kurz vor seinem Tod. Bis 2010 gab es aus diesem Grund ein jährliches Revival-Festival auf der Insel.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Love-and-Peace-Festival
Am steinigen Kliff der Ostküste von Fehmarn
Am steinigen Kliff der Ostküste von Fehmarn

Folgen wir dem Küstenwanderweg südwärts, stoßen wir im Verlauf auf wunderbare, einsame Naturstrände unter einem schroffen Kliff. Nach etwa insgesamt 17 km erreichen wir die Südostspitze Fehmarns und treffen dort auf den alten „Leuchtturm Staberhuk“. Dieser wurde ab 1903 aus gelbem (!) Backstein errichtet, markiert dieses „Land´s end” Fehmarns und weist den Schiffen mit seiner 150 Jahre alten Linse zuverlässig den Weg durch den Fehmarnsund (siehe Wikipedia).

Der Leuchtturm Staberhuk auf Fehmarn
Der Leuchtturm Staberhuk auf Fehmarn

Vorbei am Leuchtturm, schwenken wir nun westwärts ein und folgen weiter dem Wanderweg oberhalb des Strandes und der funkelnden Ostsee. Nach etwa 4 km wird der Strand langsam breiter und flacher und am Horizont sind schon die 3 Beton-Bausünden aus dem letzten Jahrhundert zu erblicken. Diese Hochhäuser markieren den östlichen Ortsrand von Burgtiefe, unserem nächsten Ziel auf dieser Wanderung, das wir bald auf dessen Strandpromenade erreichen.

Blick über den Fehmarnsund, östlich von Burgtiefe auf der Wanderung
Blick über den Fehmarnsund, östlich von Burgtiefe

Dort haben wir die Möglichkeit für eine Pause, einen Café oder ein Fischbrötchen! Burgtiefe ist das touristische Zentrum Fehmarns, hier ist es in der Saison entsprechend voll. Denn hier tummelt sich mit Hotels, Appartements, Yachthafen, Kite- und Surfschulen, Restaurants u.a. auch jede Menge Angebot. Wer´s mag?

Im Hafen von Burgstaaken gibt es einiges zu entdecken

Unser Weg führt uns nun von der Strandpromenade weg in Richtung Inselmitte. Entlang des Ost- und Nordufers des „Burger Binnensees“, einer vor der rauhen Ostsee geschützten, haffartigen Bucht, wandern wir bis zum alten Fischereihafen Burgstaaken, der schon den südlichen Ortsrand von Burg auf Fehmarn markiert.

Blick über die Südküste von Fehmarn nach Burgtiefe mit seinen 3 Beton-Hochhäusern
Blick über die Südküste von Fehmarn nach Burgtiefe mit seinen 3 Beton-Hochhäusern

Dort im Hafen gibt es einiges zu entdecken: Zum Beispiel das U-Boot-Museum, gleich daneben das Seenotrettungsmuseum oder das stilechte Restaurant „Zum goldenen Anker“. Frischen Fisch gibt’s hier im Hafen direkt vom Kutter oder geräuchert von der „Hafenräucherei“. Wer nach fast 25 km wandern noch Kraft in Armen und Beinen hat, kann am Nordende des Hafens an einem der Silos klettern gehen! 😉

Wir lassen den Hafen Burgstaaken hinter uns und laufen nun am westlichen Ortsrand für 1,5 km auf einem alten Bahndamm nordwärts in Richtung Burg Zentrum. An der Kreuzung mit dem „Wiesenweg“ biegen wir auf diesen in Richtung Stadt ein. Kurz darauf stoßen wir auf die St. Nikolai Kirche und hinter ihr auf das Zentrum von Burg auf Fehmarn. Hier endet unsere schöne Küstenwanderung und wir können uns zur Stärkung in einem der Cafés oder Restaurants niederlassen. Schön war´s!

Die St. Nikolai Kirche in Burg auf Fehmarn
Die St. Nikolai Kirche in Burg auf Fehmarn

Burg auf Fehmarn ist offiziell ein Stadtteil der „Stadt Fehmarn“ (offizielle Website), einem Zusammenschluss aller Gemeinden Fehmarns. Hier leben etwa 6.000 Menschen. Die Stadt wurde schon 1202 erstmalig erwähnt. Die Kirche St. Nikolai stammt aus den Jahren 1230-1250.

Zum von hier etwa 1,2 km nordwestlich gelegenen Bahnhof von Burg, sind es nun noch einmal 15 Gehminuten.

 

Mein Fazit: Eine anspruchsvolle, aber ebenso belebende Wanderung auf Fehmarn! Entlang der oft schroffen und natürlichen Ostküste wandert man südwärts, den kühlen Wind und die wärmende Sonne stets im Gesicht. Der Weg ist hier das Ziel, er lohnt sich!

 

Schwierigkeit: mittel-schwer, für geübte Wanderer
Länge: ca. 29 km
Gehzeit: ca. 5,5 – 6 h
Höhenmeter: + 250 m, – 240 m
An-/Abreise: per Regionalbahn ab Lübeck bis
Puttgarden und zurück ab Bahnhof
Burg
Ausrüstung: keine besonderen Anforderungen,
ggf. Badesachen nicht vergessen,
Fernglas + Kamera empfehlenswert

Wandern auf Fehmarn zwischen Puttgarden und Burg zum Nachwandern und inklusive GPS-Daten zum Download:

Gesamtstrecke 28.429 m
Höchster Pkt. 8 m | Niedrigster Pkt. -24 m
Anstieg Σ  248 m | Abstieg Σ -241 m
Gesamtzeit (inkl. Pausen) ⏰ 07:20 h:min
⇓ Download als GPX-Datei »

 

💡 Tipp 1: Etwas südlich von Fehmarn kannst Du ebenfalls toll an der Ostsee wandern zwischen Pelzerhaken und Grömitz!

💡 Tipp 2: Wenn Du Inseln magst, solltest Du vielleicht mal über einen Kurztrip auf die Hallig Hooge nachdenken!

💡 Tipp 3: Du möchtest mit dem Wandern beginnen? Lies zuvor meine 10 Tipps für Wander-Einsteiger und dann sollte eigentlich nichts schief gehen!

2 Kommentare zu “Wandern auf Fehmarn: Von Puttgarden entlang der Ostküste nach Burg

  1. Stefanie

    Klingt super – auch super ansprucsvoll 🙂 (Die Fernblickhäuser mag ich ja irgendwie. Sie stammen vom dänischen Star-Designer und Architekten Arne Jacobsen und ich hab mal im 14. Stock ein Wochenende verbracht. Der Blick ist irre.) Schönes Wochenende und liebe Grüße, Stefanie

    1. Alex Autor des Beitrags

      Den Blick stelle ich mir auch sensationell vor von da oben, aber die Häuser an sich sind wirklich Geschmackssache. Aus meiner Sicht stören sie das Landschaftsbild der Küste Fehmarns schon aus der Ferne. Viele Grüße Alex

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