Herrliche Radtour um den Schweriner See

Auf dieser wunderbaren Radtour um den Schweriner See entdeckst Du die reizvolle Landschaft rund um Schwerin, der Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern. Vorbei an kleinen Badebuchten, geht es über schmale, aber gut befahrbare Uferwege durch Feld, Wald und winzige Orte. Erkunde das hübsche Schloss Wiligrad und erfahre schließlich, was es mit dem „Neuschwanstein des Nordens“ auf sich hat, los geht’s!

Radtour um den Schweriner See - Blick ĂĽber den Pfaffenteich in Schwerin zum Schweriner Dom
Radtour um den Schweriner See – Blick ĂĽber den Pfaffenteich in Schwerin zum Schweriner Dom

Lesedauer etwa 14 Minuten

Schon lange stand eine Radtour um den Schweriner See auf meiner Bucket-list. Nur irgendwie macht man dann doch immer was Anderes. Wer kennt das nicht, oder? Da ich ja ganz ursprünglich aus Mecklenburg-Vorpommern stamme, kenne ich zumindest die Landeshauptstadt Schwerin von einigen Besuchen in der Vergangenheit ganz gut. Und auch zuletzt, 2017, war ich mit dem Fahrrad da. Schon damals weckte die idyllische Lage der Stadt am Schweriner See die Lust in mir, diesen irgendwann einmal näher zu erkunden und zu umrunden.


8 oder 0, das ist hier die Frage!

Eigentlich gibt es gar nicht DEN „Schweriner See“. Denn es sind zwei Seen, der „Innensee“ im SĂĽden und der „AuĂźensee“ im Norden. Beide sind ungefähr gleich groĂź und getrennt durch einen schmalen Damm so ziemlich in der Mitte. Das bringt die Eigenart mit sich, dass man eine Umrundung beider Seen nicht nur als „0“, sondern auch als „8“ radeln kann, also durch eben diese Mitte hindurch. Das nennt sich dann „Blaue Acht“ und wird vom Land auch so vermarktet (siehe Foto).

Radtour um den Schweriner See - die "Blaue 8"
Radtour um den Schweriner See – die „Blaue 8“

Allerdings wird die gesamte Tour dann etwa 10 Kilometer länger, man radelt auf dem Damm durch die Mitte der 8 immer direkt neben einer stark befahrenen BundesstraĂźe her und das Ganze dann ja zweimal – irgendwie nicht so toll, oder?


Radtour um den Schweriner See: Los geht’s auf den Uferweg

Wir entschieden uns also für die klassische, große „0“ (Umrundung beider Seen, siehe Karte unten), die eine Länge von ca. 60 Kilometern hat und für gut konditionierte Radfahrer*innen an einem Tag gut machbar ist. Ausgangspunkt für unsere Radtour war der kleine, ruhige Naturcampingplatz „Süduferperle“ in Raben-Steinfeld, direkt am Südostufer des Schweriner Sees gelegen. Hierher waren wir bereits am Vorabend angereist, unsere Trekkingräder, Zelt und Campingausrüstung im Gepäck.

Zur Übersichtskarte dieser Tour »

Nach einem Frühstück unter freiem Himmel und bei strahlendem Sonnenschein ging es los. Schnell waren die Räder startklar, Badesachen, Sonnenschutz und Tagesproviant eingepackt. Gegen 10.30 Uhr brachen wir in Richtung Norden auf. Wir wollten den Schweriner See gegen den Uhrzeigersinn umrunden und zum krönenden Abschluss auch Schwerin noch einen Besuch abstatten. Da die Radtour um den Schweriner See eine Rundtour ist, kannst Du natürlich auch an jedem anderen Punkt einsteigen.

Der Uferweg bei Raben-Steinfeld am Schweriner See
Der Uferweg bei Raben-Steinfeld am Schweriner See

Direkt am See folgten wir dem bewaldeten Uferweg und kamen schon nach ein paar Minuten nicht mehr aus dem Staunen heraus. Schon jetzt hatten wir alle 50 m herrliche Ausblicke über den Schweriner See, mit der „Skyline“ der Landeshauptstadt im Hintergrund. Zahlreiche Boote dümpelten in Ufernähe in der Sonne. So ging es die ersten 4 Kilometer, bis der Weg hier scharf nach rechts und einen Hohlweg hinauf nach Görslow abbog.

Blick vom Uferweg am SĂĽdostufer des Schweriner Sees
Blick vom Uferweg am SĂĽdostufer des Schweriner Sees

Entlang des Innensees

In Görslow bogen wir kurz hinter der Kirche nach links auf einen Plattenweg ein. Durch schon abgeerntete Getreidefelder führte dieser uns zunächst nordwärts, später scharf rechts abbiegend in Richtung der Landstraße. Dieser galt es nun auf dem separaten Radweg nordwärts weiter zu folgen. Durch Leezen ging es weiter nach Rampe. Dort hat man die letzte Möglichkeit, auf die „kleine“ Umrundung des Schweriner Sees (also nur des Innensees) auszuweichen, denn hier beginnt der Damm hinüber zur Westseite des Sees.

Radtour um den Schweriner See - Auf dem tollen Radweg bei Rampe am AuĂźensee
Auf dem tollen Radweg bei Rampe am AuĂźensee

Für uns ging es jedoch auf einem herrlichen Radweg unweit des Seeufers weiter nordwärts. Wir waren jetzt am Außensee angelangt und radelten durch Schatten spendenden Wald, kamen an kleinen Badestellen und Bootsstegen vorbei und überquerten betriebsame Campingplätze. Offenbar ein kleines Urlaubsparadies, der Schweriner See! Beim Seecamping Flessenow rasteten wir an dem dortigen Imbiss.

Rast am Ufer des Schweriner AuĂźensees
Rast am Ufer des Schweriner AuĂźensees

Wir näherten uns dem Nordzipfel der Tour. Hier wurde die Natur nun wieder uriger, lediglich ein paar andere Radfahrer und zwei Wanderer trafen wir hier an. Romantisch war der Blick vom Ufer des „Langen Sees“, der ganz versteckt im Wald, aber direkt neben unserem Radweg auftauchte. Hier soll man gut baden gehen können, was wir uns aber für später auf der Radtour vorgenommen hatten.

Blick über den idyllischen Langen See östlich des Schweriner Außensees
Blick über den idyllischen Langen See östlich des Schweriner Außensees

Um die Nordspitze des Schweriner AuĂźensees

Vorbei am kleinen Naturschutzgebiet „Döpe“ umkurvten wir schließlich die Nordspitze des Schweriner Sees und kamen kurz darauf in Hohen-Viecheln wieder hinunter ans Seeufer. Bei der dortigen Fischerei (Einkehr möglich) rasteten wir kurz auf dem schönen Seesteg, um das wunderbare Panorama über den Außensee zu genießen.

Sommerlandschaft in der Nähe des Naturschutzgebietes Döpe am Schweriner Außensee
Sommerlandschaft in der Nähe des Naturschutzgebietes Döpe am Schweriner Außensee

Die zweite Hälfte der Radtour lag nun vor uns, knapp 28 Kilometer waren absolviert. Ab jetzt ging es für uns in südlicher Richtung am Westufer des Schweriner Sees entlang und weitere Highlights sollten nicht lange auf sich warten lassen.

Auf dem Seesteg in Hohen-Viecheln am Schweriner See
Auf dem Seesteg in Hohen-Viecheln am Schweriner See

Dem Radweg folgend kamen wir durch Bad Kleinen, in Mecklenburg-Vorpommern bekannt als ein wichtiger Umsteigebahnhof auf der Strecke zwischen Rostock, Schwerin und Hamburg. Und der Bahnhof, auf dem im Jahre 1993, beim Versuch die RAF-Terroristen Birgit Hogefeld und Wolfgang Grams festzunehmen, der GSG9-Beamte Michael Newrzella bei einem Schusswechsel starb. Grams ĂĽbrigens auch, der beging am Bahnsteig Suizid, nachdem er von mehreren Kugeln der Polizei getroffen wurde (siehe Wikipedia).


Kultur & Kunst im Schloss Wiligrad

Etwa 5 Kilometer später erreichten wir den Park und das imposante „Schloss Wiligrad„, das direkt auf dem Steilufer des Schweriner AuĂźensees thront. Hier lohnt sich definitiv ein Blick! Zum im Schlosspark verteilten Ensemble von Schloss Wiligrad gehören diverse wunderbar restaurierte Gebäude, wie z.B. der Marstall, der heute ein Hotel beherbergt. Und auch ein GartencafĂ© gibt es hier, gleich neben der Schlossgärtnerei im Nordwesten des Parks. Idealer Ort fĂĽr eine längere Rast, bei der man den Park und das Schloss erkunden kann.

Schloss Wiligrad am Schweriner See
Schloss Wiligrad am Schweriner See

Das Schloss Wiligrad selbst ist relativ jung und wurde erst im späten 19. Jahrhundert vom damaligen Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg-Schwerin im Stil der Neurenaissance in Auftrag gegeben. Vorbilder waren u.a. die Renaissanceschlösser in Gadebusch, Schwerin und Güstrow. Heute gibts im Schloss viel Kunst zu entdecken, es finden wechselnde Ausstellungen zu zeitgenössischer Malerei, Grafik oder Bildhauerei statt.

Sonnenblume am Wegesrand
Sonnenblume am Wegesrand

Weiter ging es fĂĽr uns. SĂĽdlich von Wiligrad kamen wir durch LĂĽbstorf, Seehof und radelten auf dem Radweg neben der LandstraĂźe weiter in Richtung Schwerin, das nun nicht mehr weit war. Vorbei an einem herrlichen Sonnenblumenfeld verlieĂźen wir die LandstraĂźe und schlugen nach links auf einen Feldweg ein.


Auf dem Weg nach Schwerin

Von der folgenden Anhöhe ergab sich ein wunderbarer Ausblick ĂĽber den „Ziegelsee„, ein kleiner Nachbarsee des Schweriner Innensees. SĂĽdlich waren schon Schwerin und seine Vororte zu erkennen.

Blick über den Ziegelsee nördlich von Schwerin auf der Radtour um den Schweriner See
Blick über den Ziegelsee nördlich von Schwerin auf der Radtour um den Schweriner See

Ein herrlicher Uferweg fĂĽhrte uns nun geradewegs stadteinwärts. Bald darauf erreichten wir den fast rechteckigen „Pfaffenteich“ – quasi die „Binnenalster von Schwerin“ – und genossen von seinem Ufer den Ausblick auf die altstädtische Skyline von Schwerin, prägnant war hier vor allem der riesige Schweriner Dom (siehe Titelfoto).

Blick ĂĽber den Ziegelsee (Innensee) in Schwerin auf der Radtour um den Schweriner See
Blick ĂĽber den Ziegelsee (Innensee) in Schwerin auf der Radtour um den Schweriner See

Von meinem Besuch 2017 wusste ich, dass es hier gleich um die Ecke „Original DDR-Softeis“ gab. Und tatsächlich, den Laden gab es noch immer und das Eis schmeckte heute tatsächlich auch noch wie 1985 vor der „Kaufhalle“ in meiner Ur-Heimatstadt Wolgast ;)) Wir schoben unsere Räder anschlieĂźend durch die trubelige, sehenswerte Altstadt, wollten uns ein wenig umsehen, um dann das „Schweriner Schloss“ zu besuchen.

In der Altstadt von Schwerin - im Hintergrund das Schweriner Schloss
In der Altstadt von Schwerin – im Hintergrund das Schweriner Schloss

Zum Schweriner Schloss

Auch dort war viel los. Verständlich allerdings. Denn das Schweriner Schloss ist wirklich eine Pracht! Und endlich war es – im Gegensatz zu meinen frĂĽheren Besuchen – auch einmal keine Baustelle mehr und einmal (fast) komplett NICHT eingerĂĽstet, so dass es fĂĽr uns in seiner ganzen restaurierten Schönheit zu bewundern war.

Das Schweriner Schloss von Nordosten gesehen
Das Schweriner Schloss von Nordosten gesehen

Wir schoben mit unseren Fahrrädern links um das Schloss herum, gelangten so in den umgebenden Schlosspark und konnten es auf diese Weise nach und nach von allen Seiten betrachten. 

Das Schweriner Schloss wahr früher einmal eine der Hauptresidenzen der mecklenburgischen Herzöge und Großherzöge. Es ist das wohl bekannteste und imposanteste der mehr als zweitausend Schlösser und Herrenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern. Es gilt als eines der bedeutendsten Beispiele des „Romantischen Historismus“ in Europa, wie Wikipedia zu berichten weiß. Da es ein bedeutender Touristenmagnet ist, wird es auch als „Neuschwanstein des Nordens“ bezeichnet. Heute beherbergt das Schloss den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern, ein Museum und es kann bei Führungen besichtigt werden.

Blick auf das Schweriner Schloss von SĂĽden aus
Blick auf das Schweriner Schloss von SĂĽden aus

Endspurt und Erfrischung

Nach dem Schlossbesuch hieĂź es fĂĽr uns nun die finalen Kilometer der Radtour um den Schweriner See, zurĂĽck zu unserem Ausgangspunkt zu absolvieren. SchlieĂźlich waren wir jetzt schon knapp 6 Stunden unterwegs, hatten noch etwa 8 Kilometer vor uns und wir wollten auch noch schwimmen gehen!

Wir verließen also die Schlossinsel und folgt dem „Franzosenweg“ entlang des Seeufers in südöstliche Richtung. Schon bald ließ der Trubel nach. Wir fanden eine kleine Badestelle, um nach den Anstrengungen der Radtour endlich in das kalte, aber sehr klare Nass des Schweriner Sees zu springen, herrlich erfrischend.

Abendstimmung ĂĽber dem Schweriner See bei Raben-Steinfeld
Abendstimmung ĂĽber dem Schweriner See bei Raben-Steinfeld

Vorbei am Strand von Zippendorf radelten wir weiter nach Mues, wo wir uns beim „Griechen“ sehr ordentlich stärkten und erreichten schließlich wieder Raben-Steinfeld, wo unser Zelt stand. Für uns war klar: Diese Radtour um den Schweriner See war einfach wunderbar, alle ihre (überschaubaren) Mühen wert und auch das sehenswerte Schwerin wollten wir uns am darauffolgenden Tag noch einmal näher anschauen.


Mein Fazit

Die Radtour um den Schweriner See ist eine wunderschöne, überwiegend flache Rundtour, die sich für geübte Radfahrer*innen gut an einem Tag absolvieren lässt. Gespickt mit zahlreichen landschaftlichen und kulturellen Highlights, wie den tollen Uferwegen, herrlichen Ausblicken, dem Schloss Wiligrad und schließlich Schwerin selbst, sollte man auf jeden Fall genügend Zeit einplanen, um diese auch genießen zu können. Sehr empfehlenswert!



Schwierigkeit: leicht, fĂĽr geĂĽbte Wanderer
gute Grundkondition erforderlich
Länge: ca. 62 km
Fahrzeit: ca. 4 – 4,5 h
Höhenmeter: + 280 m, – 280 m
An-/Abreise: z.B. per Deutsche Bahn* bis/ab
Schwerin Hauptbahnhof (ca. 1 h von
Hamburg Hbf ohne Umsteigen)
Tipp: Nutze das gĂĽnstige
Quer-durchs-Land-Ticket!*
Unterkunft: schöne Ferienunterkünfte rund
um Schwerin*
AusrĂĽstung: Trekkingrad oder Mountainbike,
Badesachen, Regenkleidung,
Fernglas + Kamera empfehlenswert

Ăśbersichtskarte

(hier klicken, wenn nicht angezeigt)
Meine Radtour um den Schweriner See zum Nachradeln und inkl. GPS-Daten zum Download:

Aufgezeichnete Tourdaten
zwischen Start & Ziel:

• Gesamtstrecke 62,7 km
• Höchster Pkt. 76 m • Tiefster Pkt. 39 m
• Anstieg Σ  277 m • Abstieg Σ -272 m
• Gesamtzeit (inkl. Pausen) 08:29 h:min


Wettervorhersage fĂĽr Schwerin


Tourtipps drumherum

💡 Tipp 1: Schön ist auch eine Fahrradtour von Ratzeburg über Schwerin nach Crivitz!

đź’ˇ Tipp 2: Und eine herrliche Mehrtages-Tour in Mecklenburg-Vorpommern ist natĂĽrlich die Radtour auf dem Ostseeradweg!

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