An der Kollau wandern: Von Hamburg-Niendorf nach Eppendorf

Diese stadtnahe Wanderung ist eine unkompliziert machbare Tour, denn Du kannst sie ganz einfach mit den Öffis erreichen! Von Hamburg-Niendorf aus wandern wir auf dem Kollauwanderweg entlang der Kollau bis nach Eppendorf. Los geht’s!

An der Kollau wandern von Hamburg-Niendorf nach Eppendorf
An der Kollau wandern von Hamburg-Niendorf nach Eppendorf

Lesedauer etwa 8 minutes

Als ich vor ein paar Wochen bei herrlichstem, sonnigen Winterwetter von Ochsenzoll entlang der Tarpenbek bis nach Hamburg-Eppendorf gewandert bin, kam der Gedanke auf, doch auch mal wieder entlang ihres Nachbarflüsschens, der „Kollau“ zu wandern. Vor Jahren war ich hier schon einmal, auf einer Wanderung vom nördlich gelegenen Ohemoor bei Norderstedt bis zum Niendorfer Gehege im Hamburger Westen, unterwegs. Lange her.

Nun ja, gesagt, getan: Ein paar Wochenenden später begab ich mich auf den Weg, genauer gesagt den „Kollauwanderweg„. Leider war das Wetter nicht ganz so strahlend schön, wie Ende Januar an der Tarpenbek. Aber, immerhin, es war trocken. Hamburger Winter eben.


An der Kollau wandern: Von Hamburg-Niendorf nach Eppendorf

Zum Startpunkt der Wanderung gelangte ich unkompliziert mit der U-Bahn U2 bis Niendorf-Nord, der nördlichen Endhaltestelle der Linie. Dort angekommen, hieß es dann erstmal den richtigen Weg in Richtung Westen durch das (anfangs etwas triste) Wohngebiet zu finden (dafür nutzt Du am besten meinen GPX-Track unten).

In Hamburg-Niendorf: Dort hinten noch durch den Durchgang, dann ist man am Kollauwanderweg
In Hamburg-Niendorf: Dort hinten noch durch den Durchgang, dann ist man am Kollauwanderweg

Irgendwann aber erreichte ich den westlichen Rand desselben, an dem ich auf einen schmalen Wanderweg, nämlich den „Kollauwanderweg“ stieß. Diesem galt es ab nun in Richtung Süden zu folgen. Ich überquerte den „Vielohweg“ und weiter ging es geradeaus. Neben dem Weg tauchte hier ein erster Bach auf, allerdings war dies noch nicht die Kollau sondern der noch schmalere „Vielohgraben“.

Entlang von Feldern und Wiesen zur rechten Hand und des Baum-gesäumten Grabens links wanderte ich voran. Aus der Ferne war das Rauschen der Autobahn A7 zu hören, die westlich von hier verlief. Ob man dieses beständige Rauschen wohl auch noch „wegdeckeln“ könnte? Na, am zugewachsenen Rückhaltebecken stieß ich dann endlich auf die schmale Kollau, deren Verlauf ich von nun an weiter folgen wollte.

Entlang der Kollau und der Feldmark Niendorfer Gehege
Entlang der Kollau und der Feldmark Niendorfer Gehege

Der Kollauwanderweg ist bestens ausgebaut und gut zu gehen

Der Frühling hatte vor diesem letzten Wandertag im Februar schon einmal herzlich vorbeigeschaut, hatte warmes Wetter und Sonnenschein nach Hamburg gebracht. Dann war ihm allerdings die – vom Winter noch geschwächte – Kondition eingebrochen und er zog sich für einen neuen Anlauf erstmal wieder (nach Süden?) zurück.

💡 Übrigens: Die Kollau ist nur etwa 8 km lang und entspringt in Hamburg-Schnelsen, also im Nordwesten der Hansestadt, um zwischen Lokstedt und Groß Borstel in die aus Norderstedt herbeifließende Tarpenbek zu münden – siehe Text.

So kam es, dass die Natur an der Kollau an diesem Spätwintertag eher bräunlich-trist und ruhend vor mir lag, der Himmel in einheitlichem Mausgrau. Das Flüsschen gurgelte unmotiviert und flach vor sich hin. Dennoch waren erste Frühlingsboten an seinem Ufer – selbst für die größten Frühjahrsmuffel – nicht zu übersehen!

Frühjahrsboten am Kollauwanderweg in Hamburg
Frühjahrsboten am Kollauwanderweg in Hamburg

Vorbei an unzähligen Kleingärten und Eigenheimsiedlungen, in denen vereinzelt schon kräftig gegärtnert wurde, führte mich der Weg weiter südwestwärts. Es ging vorbei am Pony-Reitweg des Ponyhofes am Niendorfer Gehege und der gleichnamigen Feldmark. Hier wechselt der Weg auf die rechte Seite der Kollau hinüber. An wärmeren Tagen lässt sich auf einer der Bänke an diesem Wegabschnitt bestimmt gut rasten, mir war nicht so sehr danach, brr…


Um das Niendorfer Gehege herum

Der gut zu gehende Kollauwanderweg machte bald, artig dem Verlauf der Kollau folgend, einen Bogen ostwärts. Denn das Flüsschen drängte hier, südlich des Niendorfer Geheges, ebenfalls nach Osten. Entlang der „Güterumgehungsbahnlinie“ (what a word!) schritt ich nun schnurgerade ebenfalls in diese Richtung.

An der Kollau wandern zwischen Hamburg-Niendorf und Eppendorf
An der Kollau wandern zwischen Hamburg-Niendorf und Eppendorf

Am dortigen Flussabschnitt hatte die Stadt Hamburg wohl kürzlich erst umfangreiche „Renaturierungsarbeiten“ an der Kollau vornehmen lassen, was es, ob der jahreszeitbedingt noch fehlenden Frühjahrsdekoration, leider etwas künstlich erschienen ließ. Später im Jahr, mit frischem Bewuchs sieht das hier bestimmt ganz wunderbar aus!

Renaturierung der Kollau
Renaturierung der Kollau

Ich unterquerte die „Kollaustraße“, um mich schließlich kurz darauf von der Kollau auch schon wieder zu verabschieden. Denn ich war auf meiner Wanderung an den Zusammenfluss von Kollau und Tarpenbek gelangt! Wer hier allerdings an brodelnde, schäumende, um die Vormacht streitende Fluten denkt, wird bei dieser Flusshochzeit enttäuscht sein. Völlig unaufgeregt fließen beide Flüsschen hier auf der Grenze zwischen Lokstedt und Groß Borstel ineinander…

Die (unspektakuläre) Flusshochzeit von Kollau (links) und Tarpenbek (rechts) in Hamburg Lokstedt
Die (unspektakuläre) Flusshochzeit von Kollau (links) und Tarpenbek (rechts) in Hamburg Lokstedt

Wo Kollau und Tarpenbek verschmelzen

Der letzte Abschnitt der Wanderung führte mich jetzt entlang der Tarpenbek und städtischer Siedlungen zunächst ostwärts, um dann hinter der Straßen-Unterquerung an der „Deelböge“ südwärts zu schwenken. Ich unterquerte das imposante Viadukt der eben schon erwähnten Güterumgehungsbahn und ging dahinter am östlichen Ufer des „Eppendorfer Mühlenteichs“ entlang. An diesem liegt übrigens das Winterquartier der Alsterschwäne, er wird für sie sogar künstlich eisfrei gehalten.

Am Eppendorfer Mühlenteich
Am Eppendorfer Mühlenteich

Bei „Barmeier`s Garten Café“ an der „Meenkwiese“ überquerte ich schließlich die Mündung der Tarpenbek in die Alster, um dahinter noch durch den belebten „Haynspark“ mit seinem gelben Monopteros (der runde „Mini-Tempel) zu schlendern. Diesmal, Ende Februar, waren hier auf der Alster keine SUPs zu sehen, einen Monat vorher, Ende Januar (!), schon. Verrückte Zeiten.

An der Mündung der Tarpenbek in die Alster in Hamburg-Eppendorf - gegenüber der Haynspark mit dem Monopteros
An der Mündung der Tarpenbek in die Alster in Hamburg-Eppendorf – gegenüber der Haynspark mit dem Monopteros

Ich überwand schließlich die laute Bundesstraße B5 und schwenkte ein in die Kellinghusenstraße, das Ziel meiner Wanderung an der Kollau im Blick, die gleichnamige U-Bahn-Station (U1/U3/HVV-Busse). Das nächste Mal komme ich im Sommer wieder.


Mein Fazit

Eine gut zu gehende, unkomplizierte Wanderung an der Kollau von Hamburg-Niendorf nach Eppendorf, wobei zu dieser Jahreszeit eindeutig das „wandern an sich“ das eigentliche Ziel war. Wandert man hier im Sommerhalbjahr, präsentiert sich der Kollauwanderweg deutlich grüner und lebendiger, zahlreiche Bänke oder Wiesen laden zur Rast ein. Ausprobieren!

Schwierigkeit: leicht, für geübte Wanderer
Länge: ca. 12 km
Gehzeit: ca. 2,5 h
Höhenmeter: + 10 m, – 20 m
An-/Abreise: z.B. per U-Bahnlinie U2 bis „Niendorf Nord“
und ab „Kellinghusenstraße“ mit U1/U3
oder HVV-Buslinien
Ausrüstung: keine besonderen Anforderungen

Übersichtskarte

(hier klicken, wenn nicht angezeigt)
Meine Wanderung an der Kollau zum Nachwandern und inklusive GPS-Daten zum Download:

Aufgezeichnete Tourdaten
zwischen Start & Ziel:

Gesamtstrecke 11,9 km
Höchster Pkt. 17 m Tiefster Pkt. 6 m
Anstieg Σ  13 m Abstieg Σ -22 m
Gesamtzeit (inkl. Pausen) 03:05 h:min


Wettervorhersage für Hamburg


Tourtipps drumherum

💡 Tipp 1: Schön und stadtnah ist ebenfalls das wandern an der Tarpenbek von Ochsenzoll nach Eppendorf!


💡 Tipp 2: Du möchtest mit dem Wandern beginnen? Lies zuvor meine 10 Tipps für Wander-Einsteiger und dann sollte eigentlich nichts schief gehen!

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