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Wandern in Hamburg: Durch das Raakmoor nach Norderstedt

Wie naturnah und unaufwändig Du selbst mitten in Hamburg los-wandern kannst, zeigt Dir diese Wanderung: Von Fuhlsbüttel wanderst Du durch das kleine, bezaubernde Naturschutzgebiet Raakmoor. Danach läufst Du weiter bis nach Norderstedt. Auf geht´s!

Wandern in Hamburg - Blick über die Kernzone des Naturschutzgebietes Raakmoor in Hamburg
Wandern in Hamburg – Blick über die Kernzone des Naturschutzgebietes Raakmoor in Hamburg

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Manchmal braucht es nicht viel, um nach ein paar anstrengenden Tagen im Büro, ohne ernsthafte körperliche Betätigung mal wieder für etwas Ausgleich und Abstand zu sorgen. Zumal wenn das Wetter dann noch so winterlich-schön ist, wie an diesem letzten Wochenende im Januar! Klirrende Temperaturen, leichter Schneefall an den Tagen zuvor und strahlender Sonnenschein. Die Natur rief “Komm nur.” und ich zurück “Gleich, nur noch Thermoskanne befüllen!”.

Meinen Heimvorteil – nämlich mitten in Hamburg zu leben und somit maximale Bewegungsfreiheit mit den Öffis zu haben – kostete ich heute voll und ganz aus. Per U-Bahnlinie U1 ging es bis zur Haltestelle Fuhlsbüttel-Nord, also in den Nordosten der Hansestadt, Flughafennähe. Dort startete ich meine Wanderung, mein erstes Ziel: das Naturschutzgebiet Raakmoor.

Das Raakmoor ist ein kleines Naturschutzgebiet im Norden Hamburgs

In einem Grünstreifen ging es zunächst in Richtung Nordosten, entlang des Raakmoorgrabens und am Rande einer Eigenheimsiedlung. Kurz nach der Überquerung des “Poppenbüttler Wegs” erreichte ich dann bereits den südlichen, bewaldeten Rand des Naturschutzgebietes.

Das Naturschutzgebiet Raakmoor besteht heute im Kern aus einer freien Niedermoorfläche, die sich östlich des See-artigen Regenrückhaltebeckens befindet. Sie ist von Wald bzw. schaurig-schönen Bruchwaldgebieten umgeben. Bis zum 2. Weltkrieg hatten die Hamburger versucht, das Moor trocken zu legen, um Ackerbau betreiben zu können. Ab den 1970er Jahren dann wurde seine Renaturierung und Wiedervernässung vorangetrieben.

Auf mich wirken Moore einerseits immer irgendwie morbide, geheimnissvoll und mystisch. Andererseits demonstrieren sie, wie kaum eine andere Landschaftsform sonst, das ständige Wechselspiel der Natur zwischen Vergänglichkeit und Erneuerung. Organismen werden verdrängt und sterben ab, gleichzeitig entsteht – mitunter sogar auf ihren Resten – neues Leben. Sehr faszinierend, wie ich finde!

Diese Gedanken gingen mir durch den Kopf, als ich auf der kleinen Aussichtsplattform am nordwestlichen Rand der Kernzone des Raakmoores pausierte. Die Wintersonne stand tief am blauen Himmel, leichter Dunst lag über dem vereisten Moor, das mit Schilf und Gras bewachsen ist. Nicht weit entfernt, hämmerte sich ein Specht ins Holz. Wahrlich eine ruhende Idylle lag hier vor mir.

Schließlich wanderte ich auf einem schmalen, sich windenden Pfad, etwas abseits des Hauptweges am Raakmoorgraben, weiter nordwärts durch den Wald. Immer wieder kam ich vorbei an kleineren Feuchtgebieten und Bruchwäldern, umgestürzte Bäume lagen neben dem Weg. Mich erinnerte die Szenerie an meine Winter-Wanderung durch das Duvenstedter Brook im letzten Jahr. Dort war alles noch etwas größer, aber ebenso schön.

Entlang des Flüsschens Tarpenbek ins Zentrum Norderstedts

Zurück auf dem Hauptweg, lief ich nun, vorbei am Gymnasium Heidberg (Sportplätze zur Rechten), weiter nordwestwärts. Bereits wenig später erreichte ich das Naturbad Kiwittsmoor und die gleichnamige U-Bahnstation. Ab hier folgte ich dem Weg neben der U-Bahntrasse, vorbei an der Station Ochsenzoll und über die “Langenhorner Chaussee“, bis ich auf das Flüsschen “Tarpenbek” stieß, das hier in Richtung Hamburger Flughafen fließt.

Die Tarpenbek kannte ich schon von einer tollen Fahrradtour von Norderstedt zum Hamburger Stadtpark, die ich im letzten Jahr entdeckt hatte. Diesmal ging es entlang ihres Ufers und entgegengesetzt zu ihrer Fließrichtung weiter. Für kurze Zeit querte ich städtisches Gebiet, den Süden von Norderstedt, um mich dann ab dem Tarpenbekpark wieder der weiten Natur hinzugeben. Nun ging es noch einmal für ca. 2 km durch eine Wiesen- und Weidelandschaft weiter voran, immer parallel zum Flüsschen, nach dem in Hamburg sogar eine große Straße benannt ist.

Am “Spreenweg” enterte ich schließlich wieder das Stadtgebiet Norderstedts und erreichte kurz darauf mein Tourziel – die U-Bahnhaltestelle “Norderstedt Mitte”. Eine kleine, unaufwändige, aber auch eindrucksvolle Winterwanderung nahm ihr Ende. Mit der U-Bahn gelangte ich schließlich zufrieden, erfrischt und ‘bewegt’ an meinen Ausgangspunkt zurück…

Mein Fazit: Eine gut erreichbare und nicht allzu schwierige Wanderung durch das Raakmoor im Norden Hamburgs, die sich gut auch als Tour für Einsteiger eignet!

Noch ein Tipp: Da das Raakmoor unter einer der Haupteinflugschneisen (aus Nordost) des Hamburger Flughafens liegt, solltest Du ggf. vorher die aktuelle Betriebsrichtung des Airports checken, um wirklich in Ruhe wandern zu können!

 

Schwierigkeit: leicht, auch für Wander-Einsteiger
Länge: ca. 13 km
Gehzeit: ca. 3 h
Höhenmeter: + 300 m, – 290 m
An-/Abreise: z.B. mit der U-Bahn U1 bis
Fuhlsbüttel Nord
Ausrüstung: keine besonderen Anforderungen,
Fernglas + Fotoapparat empfehlenswert

Wandern in Hamburg – durch das Raakmoor nach Norderstedt – zum Nachwandern und inklusive GPS-Daten zum Download:

Gesamtstrecke 12.480 m
Höchster Pkt. 27 m | Niedrigster Pkt. -77 m
Anstieg Σ  296 m | Abstieg Σ -281 m
Gesamtzeit (inkl. Pausen) ⏰ 03:50 h:min
⇓ Download als GPX-Datei »

 

💡 Tipp 1: Ein weiteres intaktes Moorgebiet kannst Du im Nordosten Hamburgs besuchen, auf einer Wanderung im Duvenstedter Brook!

💡 Tipp 2: Schön ist es auch beim Wandern ab Aumühle, wenn es entlang der Bille und des Sachsenwaldes geht!

💡 Tipp 3: Suchst Du nach Terminen für Wanderungen rund um Hamburg? Schau doch einfach mal in meinen Wanderkalender für Hamburg!

Frage? Anregung? Schreib mir: