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Wandern von Lübeck entlang der Wakenitz an den Ratzeburger See

Auf dieser schönen, naturnahen Tour wandern wir aus dem Zentrum der alten Hansestadt Lübeck heraus und folgen dem Flüsschen Wakenitz entgegen seiner Fließrichtung bis an den Nordrand des Großen Ratzeburger Sees. Auf geht’s!

Morgendliche Idylle am Ufer der Wakenitz in Lübeck

Morgendliche Idylle am Ufer der Wakenitz in Lübeck

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Die Wakenitz ist ein Nebenfluss der Trave, welche man wohl eher mit der Hansestadt Lübeck in Verbindung bringt. Beide Flüsse rahmen den historischen Kern der alten Handelsstadt ein. Allerdings ist die Wakenitz mit ihren gerade einmal knapp 15 km Länge deutlich kürzer als die Trave (die knapp das achtfache misst). Natürliche „Hauptaufgabe“ der erst Genannten, ist die Entwässerung des Großen Ratzeburger Sees zur Trave und damit zur Ostsee hin. Im „Nebenfach“ fließt sie dabei auch noch durch landschaftlich sehr reizvolles Gebiet, welches wir auf dieser Wanderung erkunden werden!

Wandern von Lübeck entlang der Wakenitz an den Großen Ratzeburger See

Wir starten am Hauptbahnhof Lübeck und verlassen diesen auf dessen Ostseite. Geradeaus hinter dem Kreisverkehr Lindenplatz erreichen wir schon das zentrale Wahrzeichen der Hansestadt: das berühmte Holstentor! Etwas schief, aber immer noch sehr prächtig steht es da. Man schätzt, dass es etwa um die 800 Jahre alt ist, genaueres weiß man nicht. Das Stadttor und einige weitere wurden errichtet, um die wohlhabende und „gut betuchte“ Stadt vor ungebetenen Gästen zu schützen. Heute befindet sich im Holstentor ein stadtgeschichtliches Museum.

Hinter dem Tor überqueren wir die Trave und gelangen über die Braunstraße auf den Lübecker Markt. Dort begegnen wir dem nächsten mittelalterlichen Prachtbau, nämlich dem alten Rathaus mit seiner historischen Rathaustreppe an der „Breiten Straße“. Gegenüber findet sich das berühmte „Café Niederegger“, in dem es eine riesige Auswahl leckerer Kuchen und Torten – mit und ohne das beliebte Marzipan – gibt. Aber für eine Rast ist es ein bisschen früh, wir wandern weiter in östliche Richtung über die „Hüxstraße“ und bis zur „Rehderbrücke“…

Dort überqueren wir noch nicht die Wakenitz, sondern den „Elbe-Lübeck-Kanal“, um anschließend der „Moltkestraße“ bis – nun endlich – zur Brücke über die Wakenitz zu folgen. Kurz darauf biegen wir nach rechts in die „Elsässer Straße“ ein und laufen durch eine vornehme Einfamilienhaussiedlung südwärts. Fast an deren Ende biegen wir an der Kreuzung mit der „Danziger Straße“ nach rechts in den kleinen Weg ein und erreichen kurz darauf endlich das grüne, auenartige Ufer der Wakenitz.

Städtische Bebauung haben wir damit fast hinter uns gelassen, nur eine klobige Straßenbrücke ist noch zu unterqueren, aber wir ahnen schon was jetzt auf uns wartet. Der Fluss biegt und beugt sich vor uns in seinem grünen Saum, mal breit, mal schmaler fließt er uns fast unbemerkt entgegen. Enten und Haubentaucher ziehen entspannt ihre Bahnen, mit Glück entdecken wir den einen oder anderen Reiher im Röhricht oder auf einem der abgestorbenen Bäume am Ufer.

Wir wandern auf dem Drägerweg südwärts

Vorbei an Kleingartensiedlungen geht es etwas später in weitem Bogen um die – „Kleiner See“ – genannte Bucht der Wakenitz herum, um ab nun auf dem gut ausgeschilderten „Drägerweg“ zu wandern (große Holzschilder beachten). Der „Drägerweg“ ist nach dem Lübecker Fabrikanten Heinrich Dräger benannt. Er folgt der Wakenitz annährend parallel bis nach Rothenhusen am Ratzeburger See. Da wollen wir hin.

Also nehmen wir die Unterführung der Bahngleise und überqueren kurz darauf eine kleine Fußgängerbrücke über die Wakenitz. Wir wandern nun in südöstliche Richtung immer in Rufweite des jetzt schmaler werdenden Flusses zu unserer Linken.

Über Wiesen und Felder verläuft der Wanderweg durch die sanfte Landschaft. Am großen Findling, direkt am Wegesrand und in Rufweite eines großen Bauernhofes, findet sich ein idealer Rastplatz für uns. Als wir hier rasteten war im nahen Rinderstall wohl gerade ebenfalls „Lunchtime“, jedenfalls machten die Rindviecher ordentlich Rabatz!

Frisch gestärkt erreichen wir kurz darauf bei Falkenhusen das Naturschutzgebiet Wakenitz und damit bewaldetes Gebiet. Nun geht es in südliche Richtung weiter voran und der Weg windet sich sanft durch flach-welliges Gelände. Östlich von Groß Grönau müssen wir die mächtige Wakenitz-Brücke der Autobahn A20 unterqueren, um dahinter weiter dem Drägerweg zu folgen. Dies hier ist ehemaliges Grenzgebiet zwischen beiden deutschen Staaten, heute bildet die Wakenitz die Landesgrenze zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.

Am Fährhaus Rothenhusen müssen wir uns entscheiden

Schließlich stoßen wir schon auf den Parkplatz des „Rothenhusener Fährhauses“, wo wohl der ein oder andere Reisebus steht – der gleich folgende Ort ist beliebt, nicht nur bei uns. Noch etwa 300 m folgen wir der Asphaltstraße und treffen endlich wieder auf die Wakenitz. Kurz darauf erreichen wir auch das Ziel unserer Wanderung: das „Fährhaus Rothenhusen am Nordrand des Großen Ratzeburger Sees. Das Fährhaus liegt sehr idyllisch auf einer kleinen Insel im See und ist eigentlich eine mehr als 500 Jahre alte Zollstation der Hansestadt Lübeck, die auch über eine Befestigungsanlage gegen Übergriffe der Lauenburgischen Herzöge verfügte.

Am Fährhaus Rothenhusen haben wir jetzt mehrere Alternativen: Da sich hier die Fährlinien von und nach Lübeck bzw. Ratzeburg treffen, können wir mit der Fähre über die Wakenitz nach Lübeck zurück oder über den Ratzeburger See nach Ratzeburg schippern. Oder wir wandern entlang des Westufers des Sees weiter bis nach Ratzeburg, was etwa weitere 13 km Wanderung sind. Oder wir entscheiden uns später, kehren erstmal ins hiesige, urige Gasthaus ein und wägen unsere Entscheidung sorgfältig ab – bei Kaffee und frisch gebackenem Kuchen! 😉

Wie ich mich entschieden habe? Ich habe die Fähre – eher ein Ausflugsdampfer – nach Ratzeburg genommen (9,50 €) und kam so noch in den Genuß von 45 Minuten Dampferfahrt über den mystisch-ruhigen Ratzeburger See…schön war´s!

Mein Fazit: Schöne, überschaubare Wanderung von Lübeck durch die Flussaue der Wakenitz bis nach Rothenhusen. Insbesondere die Mischung aus historischer Altstadt Lübecks und der sanften Flusslandschaft an der Wakenitz, macht diese Wanderung zu einem Erlebnis!

 

Schwierigkeit: leicht, für geübte Wanderer
gute Grundkondition erforderlich
Länge: ca. 20 km
Gehzeit: ca. 4 – 4,5 h
Höhenmeter: + 270 m, – 280 m
An-/Abreise: z.B. per DB bis Lübeck Hbf;
ab Ratzeburg Bahnhof per DB
oder mit Fähre zurück nach
Lübeck (ab Rothenhusen)
Ausrüstung: keine besonderen Anforderungen,
Fernglas + Fotoapparat empfehlenswert

„Wandern von Lübeck entlang der Wakenitz an den Ratzeburger See“ zum Nachwandern und inklusive GPS-Daten zum Download:

Gesamtstrecke 20.259 m
Höchster Pkt. 27 m | Niedrigster Pkt. -44 m
Anstieg Σ  256 m | Abstieg Σ -261 m
Gesamtzeit (inkl. Pausen) ⏰ 04:52 h:min
⇓ Download als GPX-Datei »

💡 Tipp 1: Wenn Du etwas mehr Zeit in Lübecks Altstadt verbringen möchtest, hat meine „Reiseblogger-Hamburg-Kollegin“ Imke hier 7 Lübeck Sehenswürdigkeiten für Dich, die Du unbedingt gesehen haben musst!

💡 Tipp 2: Suchst Du nach Terminen für Wanderungen rund um Hamburg? Schau doch einfach mal in meinen Wanderkalender für Hamburg!

2 Kommentare zu “Wandern von Lübeck entlang der Wakenitz an den Ratzeburger See

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