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Wandern auf dem Darß: Leuchtturm, Strand und Naturidylle

Diese Wanderung führt Dich an die schönsten Plätze auf dem Darß. Wir wandern zum Leuchturm am Darßer Ort, stoßen auf den Darßer Weststrand und gelangen zur idyllischen Nordspitze der Halbinsel. Mit Glück triffst Du dort sogar auf Hirsche – los geht’s!

Wandern auf dem Darß: Der Leuchtturm am Darßer Ort
Wandern auf dem Darß: Der Leuchtturm am Darßer Ort

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Wir starten diese Wanderung am besten im Westen von Prerow (siehe unten), denn sie wird uns ab dort westwärts in den dichten „Darßer Urwald“ – oder auch „Darßwald“ genannt – führen. Dieser 5.800 Hektar große, dichte Wald begrenzt die Halbinsel Fischland-Darß im Westen zur Ostsee hin. Und schon immer wurde er von der gerade regierenden Klasse als Jagdgebiet genutzt, erst von pommerschen Herzögen, dann im 19. Jahrhundert vom schwedischen König sowie später von Nazi- und dann von SED-Größen.

Den Wald und auch den Weststrand kann man nur zu Fuß, per Fahrrad oder Pferdekutsche erkunden, Autos wird der Zugang verwehrt. Denn das Gebiet westlich und südlich von Prerow gehört zum „Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft“ und ist damit Naturschutzgebiet. Entsprechend umsichtig wandern wir durch das Gelände!

Wandern auf dem Darß: Im Darßer Urwald bei Prerow
Wandern auf dem Darß: Im Darßer Urwald bei Prerow

Wandern auf dem Darß: Der urwüchsige Darßwald ist beeindruckend

Wir folgen dem Leuchtturmweg westwärts und immer tiefer hinein in den Wald. Dabei können wir nicht viel falsch machen, denn jetzt geht es knapp 5 km geradeaus, neben uns der zerfurchte Weg, den die Pferdekutschen nehmen. Würzig durftet der knorrige, alte Kiefernwald. Umgestürzte Bäume zeigen ihre mächtigen Wurzeln, Totholzstämme bieten neuem Leben eine Basis.

Irgendwann erreichen wir den „Darßer Ort“ und mit ihm den dortigen, gleichnamigen Leuchtturm. Wir sind jetzt auf der nördlichsten Landzunge der Halbinsel angekommen. Wenn möglich, besteigen wir hier den 35 m hohen Leuchtturm, denn die Aussicht von da oben über den Norden des Darßes ist grandios. Dieser ist übrigens schon mehr als 170 Jahre alt und verrichtet noch heute tapfer seinen Dienst, allerdings per Fernsteuerung.

Wer an der Flora und Fauna der Halbinsel interessiert ist, besucht das hiesige „Natureum“. Zu sehen gibt es Tierpräparate von z.B. Schweinswal, Robbe oder Seehase sowie ein Aquarium. Auch über die Beschaffenheit der Landschaft wird man informiert.

Nur noch etwa 200 m sind es von hier bis zum weißen Weststrand, der vor allem im Sommer – und trotz der Distanz zu Prerow – gut besucht ist. Meist weht hier eine steife Brise aus Nordwest, was eine kräftige Brandung erzeugt. Wer möchte, stürzt sich hier für eine Erfrischung in die Fluten!

Am Weststrand geht es nordwärts

Wir wandern anschließend am Strand weiter in Richtung Norden und stoßen nach etwa 1 km auf den Holzzaun der Kernzone des Nationalparks. Diesen umgehen wir nicht, sondern folgen dem Weg durch die Düne, hinter der wir sogleich auf einen tollen Holzbohlenpfad gelangen. Dies ist der „Rundwanderweg Darßer Ort“, der uns von nun an durch die Dünenlandschaft leitet. (Bitte Pfad nicht verlassen, striktes Wegegebot!)

Der Holzsteg auf der Rundwanderung Darßer Ort
Der Holzsteg auf der Rundwanderung Darßer Ort

Auffallend ist, dass es, je weiter wir nach Norden gelangen, kaum noch Bäume gibt. Vielmehr gleicht die Landschaft einer Steppe, allerdings durchzogen von einigen kleinen Binnenseen, auf denen sich Schwäne und andere Wasservögel tummeln.

Ausblick über die Düne am Darßer Ort
Ausblick über die Düne am Darßer Ort

Glücklich ist, wer jetzt ein Fernglas dabei hat, denn mit hoher Wahrscheinlichkeit können wir zwischen den Seen oder in den Dünen sogar Rotwild entdecken – siehe Fotos. Bei auflandigem Wind von uns völlig ungestört, äsen Hirsche und Rehe friedlich in der Ferne.

Besonders gut lässt sich dieses Schauspiel – im Herbst sogar die Brunft der Hirsche – von einer der hölzernen Aussichtsplattformen am Wegesrand beobachten. Toll ist von dort der Panoramablick über den tiefblauen “Libbertsee” im Vordergrund, die dahinterliegende Düne und die sich anschließende Ostsee, wo vielleicht gerade ein Seegelboot mit der Umrundung der Nordspitze kämpft.

Wir folgen dem Rundwanderweg nun in Richtung Osten und dann südwärts. Dieser wird jetzt eingerahmt von dichten Schilfgürteln. Von irgendwoher dringt der Ruf der Kraniche. Auf einem weiteren Holzpfad umrunden wir die Bucht des „Ottosees“ und stoßen bald auf einen kleinen Hafen. Dort nehmen wir die Abkürzung über den langen Holzsteg an das gegenüberliegende Ufer, wo vielleicht gerade ein, zwei kleine Fischkutter oder sogar ein Seenotkreuzer liegen.

Was für ein idyllisches Naturparadies.

Hier befand sich ab den 1960er Jahren ein Manöverhafen der Nationalen Volksarmee der DDR. Damit wurde der gesamte Darßer Ort zum Speergebiet und durfte von Zivilisten nicht mehr betreten werden. Vermutlich mit ein Grund dafür, dass wir hier heute auf eine so zauberhafte Natur treffen.

Wir folgen nun dem Weg entlang der Hafenausfahrt und stoßen kurz darauf wieder auf den flachen, feinsandigen Ostseestrand. Möwengeschrei und Meeresrauschen begleitet unsere weitere Wanderung südostwärts, der Duft von Seegras liegt in der Luft.

Der Ostseestrand bei Prerow auf dem Darß
Der Ostseestrand bei Prerow auf dem Darß

Bald tauchen rechts in der Düne die ersten Wohnwagen und Zelte des Campingplatzes Prerow auf. Vor der Wende von 1989 galt Prerow als Mallorca der DDR, allein der hiesige Campingplatz beherbergte dann bis zu 10.000 Urlauber. Und Prerow war in der FKK-Szene beliebt, bot es doch einen der größten FKK-Strände der DDR. FKK galt (zumindest in den frühen Jahren der DDR) als eine Art subtiler, politischer Protest gegen das System.

Möwe am Ostseestrand bei Prerow
Möwe am Ostseestrand bei Prerow

Nach etwa 1,5 km erreichen wir schließlich schon wieder den Ortsrand von Prerow, wo uns der Strandaufgang durch die Düne und vorbei an einigen kleinen Restaurants zurück zum Ausgangspunkt unserer schönen Wanderung führt. Eine Stärkung haben wir uns jetzt verdient!

Mein Fazit: Eine herrliche Wanderung auf dem Darß, zur äußersten Nordspitze der Halbinsel und etwas abseits der touristischen Hotspots. Naturliebhaber mit Interesse an Seevögeln, Rotwild und weiter Küstenlandschaft, kommen auf dieser Tour voll auf ihre Kosten! Am besten hier außerhalb der Hochsaion wandern, dann ist Genuss vorporgrammiert.

 

Schwierigkeit: leicht, für geübte Wanderer
Länge: ca. 13,5 km
Gehzeit: ca. 3 – 3,5 h
Höhenmeter: + 30 m, – 30 m
An-/Abreise: z.B. mit dem Auto bis Parkplatz
an der  Zeltplatzstraße
Ausrüstung: keine besonderen Anforderungen,
Fernglas + Fotoapparat empfehlenswert

Wandern auf dem Darß zum Nachwandern und inklusive GPS-Daten zum Download:

Gesamtstrecke 13.132 m
Höchster Pkt. 6 m | Niedrigster Pkt. -78 m
Anstieg Σ  397 m | Abstieg Σ -369 m
Gesamtzeit (inkl. Pausen) ⏰ 03:49 h:min
⇓ Download als GPX-Datei »

 

💡 Tipp 1: Der Darß lässt sich auch gut per Fahrrad erkunden, z.B. bei einer Fahrradtour von Warnemünde auf den Darß!

💡 Tipp 2: Du möchtest mit dem Wandern beginnen? Lies zuvor meine 10 Tipps für Wander-Einsteiger und dann sollte eigentlich nichts schief gehen!

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