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Fahrradtour von Malchow über Waren durch den Müritz Nationalpark nach Neustrelitz

Sehr abwechslungsreiche Fahrradtour in der Mecklenburger Seenplatte. Geht es hinter Malchow anfänglich noch über Wiesen und Felder, gelangt man in Waren an die Müritz, um im Anschluss in das große und oftmals unberührte Waldgebiet des Müritz Nationalparks (NP) einzutauchen. Am Ende wartet das zauberhafte Städtchen Neustrelitz darauf, entdeckt zu werden.

Auch in diesem Jahr habe ich in meinem Urlaub wieder eine mehrtägige Fahrrad-Trekking-Tour durch Deutschland unternommen. Nach dem Elberadweg im letzten Jahr, ging es in diesem Jahr in 11 Tages-Etappen (900 km) von Hamburg aus in Richtung Osten bis an die Müritz, dann auf dem Havel-Radweg nach Süden bis Berlin und Potsdam, um dann nach Nordwesten durch das Wendland zurück nach Hamburg zu radeln. Ich habe diese Fahrrad-Trekking-Tour „Nordostdeutsche Runde“ genannt, die hier beschriebene Etappe ist ein Teil der Tour.

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Nordostdeutsche Runde 4: Von Malchow durch den Müritz NP nach Neustrelitz

Gestartet wird auf dieser Tour in Malchow, der kleinen Stadt am gleichnamigen See. Dieser geht nördlich in den größeren Fleesensee über, der dem südlich davon liegenden Feriendorf rund um Göhren-Lebbin seinen Namen gegeben hat. Dieses habe ich auf dieser Tour großzügig umfahren, da die umliegende Natur vor und hinter Untergöhren weitaus sehenswerter ist. Wer mag, dem sei aber das „Schloss Blücher“ in Göhren-Lebbin empfohlen, das zumindest von außen einen Blick wert ist, auch wenn es heute ein Hotel beherbergt.

Hinter Göhren-Lebbin geht der Weg über Wendhof und Grabenitz direkt bis an den Kölpinsee, dessen wildes Ufer nahezu „rastpflichtig“ ist. Wilde, kaum berührte Natur mit tollen Blicken auf den See und die angrenzende Uferlandschaft. Hier ist man definitiv für sich allein!

An der Badestelle geht es nach rechts und dann über Klink an der Bundesstraße weiter in Richtung Waren an der Müritz. Gleich hinter der Brücke über den Reekkanal/die Elde, biegt man rechts auf den Waldweg nach Waren. Wenig später gelangt man auf einen Campingplatz und kurz drauf in ein kleines, sehenswertes Feuchtgebiet, das man auf einem Holzsteg durchfährt. Hier ruhig einmal absteigen und die Natur auf sich wirken lassen!

Durch ein Villenviertel kommt man dann zum Hafen von Waren, der direkt an der Binnenmüritz liegt. Hier bietet sich eine Rast an, bei der man sich ein Fischbrötchen aus den umliegenden Büdchen schmecken lassen kann, während man dem touristischen Treiben im Hafen zusieht. Etwas weiter oberhalb des Hafens, befindet sich der Marktplatz und die hübsche Altstadt von Waren, für die man sich ruhig einige Augenblicke Zeit nehmen sollte. Auch hier gibt es zahlreiche Möglichkeiten zur Verpflegung oder Einkehr.

Die weite Wald- und Seenlandschaft des Müritz Nationalparks auf einer Fahrradtour entdecken

Der Weg in den Müritz Nationalpark (NP) führt nach Süden heraus aus Waren entlang der Binnenmüritz. Anfangs geht der Radweg noch am Waldrand entlang, um wenig später vollends im „Warener Tannen“ genannten Waldgebiet zu verschwinden. Ein erster Vorgeschmack auf den Nationalpark. Das Örtchen Federow sollte man nicht verpassen. Denn hier befindet sich, etwas ungünstig am anderen Ende des Dorfes gelegen, eine Informationszentrum des Müritz NP sowie eine Rangerstation. Hier erhält man Auskunft über Flora und Fauna des Nationalparks, Tipps für Sehenswürdigkeiten und Touren sowie Kartenmaterial.

Unbedingt sehenswert ist die Möglichkeit, in der Rangerstation einem Fischadler-Pärchen live ins Nest zu schauen. Die Ranger haben auf einem Strommast eine ferngesteuerte Kamera neben einem Nest aufgebaut. Mit etwas Glück, kann man die Mutter bei der Fütterung der Jungen beobachten. Die Fischadler sind von etwa Ende März bis Ende September am Nest und in der Gegend. Als ich da war (Mitte Juni 17), war 1 Tag vorher gerade ein Küken geschlüpft und ein Ei wurde noch bebrütet. Einmalig und wunderschön anzusehen!

Nun taucht man endgültig ein in die weite Wald- und Seenlandschaft des Nationalparks. Ein gut zu befahrender Weg führt neben der Straße durch den Nationalpark. Autos sind hier nicht erlaubt, so dass Fahrradfahrer und Wanderer hier ihre Ruhe haben. Ein Shuttlebus bringt Wanderer zu einzelnen Stationen im Park. Über Schwarzenhof geht es vorbei am kleinen Mühlensee nach Speck und von dort weiter bis zum Rastplatz des Aussichtsturms „Käflingsberg„. Hier sollte man tatsächlich einmal das Rad stehen lassen und die wenigen hundert Meter bis zum Aussichtsturm laufen, um anschließend auf ca. 35 m Höhe über die Baumwipfel des Nationalparks blicken zu können. Es eröffnet sich ein fast skandinavisches Panorama aus sanften Hügeln, unendlichen Wäldern und verwinkelten Seen. Sehr lohnenswert!

Weiter radelt man nach Süden durch wunderschöne Wälder und klare, würzige Waldluft. Mit Glück kann man, so wie ich an diesem Tag Rehe beobachten. Irgendwann knickt der Weg dann scharf nach links in Richtung Pagelsee und das Havelquellgebiet. Bei Granzin verlässt man den Wald nach etlichen Kilometern erstmalig wieder. Es geht vorbei am Granziner See über die noch schmale Havel nach Kratzeburg, das ein Mekka für Kanufahrer und Wasserwanderer ist. Von hier aus lassen sich wunderbare Touren über die durch die Havel verbundene Seen des Gebietes unternehmen! Hier liegt auch der östliche Eingang des Müritz NP, den man hier wieder verlässt.

Man folgt jetzt der Straße, bis sie auf die Bundesstraße nach Neustrelitz trifft. Jetzt ist es nicht mehr weit, bis in diese frühere Residenzstadt mecklenburgischer Herzöge. Sehenswert sind hier das Residenzviertel mit einer Vielzahl gut erhaltener Sehenswürdigkeiten u.a dem Schlosspark und der neogotischen Schlosskirche sowie der gut erhaltene Stadtkern mit der Stadtkirche. Ein Bummel durch diese herrliche Stadt lässt diese Fahrradtour noch lange in Erinnerung bleiben!

Mein Fazit: Sehr schöne und abwechslungsreiche Fahrradtour in einer herrlichen Wald- und Seenlandschaft, in der die Natur intakt zu sein scheint. Natur- und Vogelliebhaber kommen hier auf ihre Kosten! Sehenswert sind die Städtchen Waren und Neustrelitz.

 

Schwierigkeit: leicht bis mittel,
gute Grundkondition erforderlich
Länge: ca. 75 km
Fahrzeit: ca. 4,5 – 5,5 h
Höhenmeter: + 390 m, – 390 m
Ausrüstung: Trekkingrad oder Mountainbike;
Fernglas sehr empfehlenswert

Meine Fahrradtour von Malchow über Waren nach Neustrelitz zum Nachradeln und inklusive GPS-Daten zum Download:

Gesamtstrecke 74.822 m
Höchster Punkt 111 m | Niedrigster Punkt 15 m
Gesamtanstieg  1.183 m | Gesamtabstieg -1.186 m
Gesamtzeit (inkl. Pausen) ⏰ 07:22 h:min
⇓ Download als GPX-Datei »

💡 Tipp: Wenn Du nicht gleich weiterradeln musst, kannst Du rund um die Müritz auch gut wasserwandern!

Frage? Anregung? Schreib mir: