Radtour von Neustrelitz über Fürstenberg entlang der Havel nach Zehdenick

Schöne Radtour von Neustrelitz durch die Mecklenburgische Seenplatte nach Brandenburg, abseits viel befahrener Bundesstraßen und mit einem letzten Abstecher in den Müritz Nationalpark. Vorbei an herrlichen Seen, geht es ab dem schönen Fürstenberg entlang der Havel bis in die beschauliche Ziegelei-Stadt Zehdenick. Auf geht´s!

Radtour an der Havel
Radtour an der Havel

Auch in diesem Jahr habe ich in meinem Urlaub wieder eine mehrtägige Fahrrad-Trekking-Tour durch Deutschland unternommen. Nach dem Elberadweg im letzten Jahr, ging es in diesem Jahr in 11 Tages-Etappen (900 km) von Hamburg aus in Richtung Osten bis an die Müritz, dann auf dem Havel-Radweg nach Süden bis Berlin und Potsdam, um dann nach Nordwesten durch das Wendland zurück nach Hamburg zu radeln. Ich habe diese Fahrrad-Trekking-Tour „Nordostdeutsche Runde“ genannt, die hier beschriebene Etappe ist ein Teil der Tour.


Lesedauer etwa 9 minutes

Nordostdeutsche Runde 5: Radtour von Neustrelitz über Fürstenberg nach Zehdenick

Diese Etappe startet in Neustrelitz (siehe Voretappe) und führt zunächst nach Süden über Alt-Strelitz, um dort dann nach Osten in Richtung „Domjüchsee“ abzuknicken. Ab dort wird es wieder ruhiger und ländlicher.

Zur Übersichtskarte dieser Tour »

Man folgt dem Radweg neben der Straße bis nach Fürstensee, wo man ein Auge auf die kleine Fachwerkkirche werfen sollte – sehr sehenswert! Fürstensee liegt direkt am „Großen Fürstenseeer See„, der wiederum im Müritz Nationalpark liegt. Und hier wird´s jetzt schön!

Denn ein Stück nach der ersten Linkskurve hinter Fürstensee, hat man an einem Nationalpark-Schild die Möglichkeit, einen kleinen, circa 4 km langen Abstecher an das Ufer des Großen Fürstenseeer Sees sowie in den Wald des Nationalparks zu machen.

Ich empfehle diese kleine Extrarunde ausdrücklich, siehe Karte! Denn schon nach ein paar hundert Metern kommt man schon an das idyllische und (in meinem Fall) völlig einsam gelegene, sandige Ufer des Sees. Umringt von Schatten spendenden Bäumen kann man hier baden gehen, oder mit Glück sogar Seeadler beobachten. Wirklich ein wunderbarer, romantischer Ort!


Radtour mit Extrarunde ins Herz der Natur

Die erwähnte Extrarunde führt um den „Plasterinsee“ herum und dann wieder zurück an die Hauptstraße in Richtung Wokuhl. Nun geht es lange Zeit durch ein herrliches Waldgebiet, vorbei an Comthurey bis Dabelow. Dort gibt es gleich nach dem Ortseingang auf der rechten Seite einen kleinen Kiosk, bei dem sich eine kurze Rast anbietet.

Weiter geht es durch den Wald über Altthymen und vorbei am „Thymensee“ zur rechten Seite, schnurgeradeaus bis an den Nordrand von Fürstenberg.

Hier kommt man auf der „Himmelpforter Landstraße“ an einem alten russischen Panzer vorbei, der an die Befreiung von den Nazis 1945 erinnert. Über diese Straße geht es später auch weiter in Richtung Zehdenick (hier nach links), vorher ist für eine Rast ein Besuch der Altstadt von Fürstenberg sehr empfehlenswert (nach rechts abbiegen).

Bis ins Zentrum von Fürstenberg sind es von hier aus nur noch 10 min zu radeln. Belohnt wird man mit einer schön hergerichteten Altstadt, einem lebhaften Marktplatz mit schöner Kirche und dem Rathaus.

Und nicht zu vergessen die netten Einwohner, mit ihrer nordbrandenburgischen Mundart: irgendwie „rotzig-frech“, aber auf eine nette Art. Sehenswert ist auch der Schlosspark und das städtische Ufer des „Schwedtsees“ mit dem Sportboothafen.


Sehr bewegend ist ein Besuch in der Gedenkstätte des KZ Ravensbrück bei Fürstenberg

Am nordöstlichen Stadtrand von Fürstenberg kann man zudem die Mahn- & Gedenkstätte des ehemaligen KZ Ravensbrück besichtigen, was ich getan habe. Es ist leider kaum in Worte zu fassen, was die Nazis hier angestellt und welches Leid sie systematisch tausenden von unschuldigen Menschen hier zugefügt haben.

Ich finde, jeder sollte sich selbst ein Bild dieses Grauens machen und damit zum Erhalt dieser Gedenkstätten und der Erinnerung beitragen! Für mich waren es dort sehr bewegende und mich nachdenklich stimmende Momente.

Hinter Ravensbrück folgt die Radtour jetzt der Havel auf dem Havel-Radweg in Richtung Süden und stößt bald auf das Dörfchen Himmelpfort, wo man dem Weihnachtsmann begegnet und schon einmal ein paar Wünsche loswerden kann 😉

In Bredereiche biegt man rechts in den Wald ab und folgt dem Weg lange geradeaus durch tiefe Waldlandschaft bis nach Dannenwalde. Danach taucht man links gleich wieder in tiefen Wald ein, bis man nach Wentow am „Großen Wentowsee“ kommt.


Halb Berlin soll mit Ziegeln aus Zehdenick erbaut worden sein

Ab Marienthal beginnt die Landschaft wieder deutlich „feuchter“ zu werden. Man kommt ab jetzt an jeder Menge kleiner Seen und Gewässer links und rechts der Havel vorbei. Viele davon sind sog. Stiche, vormals Gruben, aus denen Ton für die umliegenden Ziegeleien gewonnen wurde. Heute sind diese wassergefüllt und prägen das Landschaftsbild.

Bald darauf kommt man auf der Radtour auch an einer alten Ziegelei, dem Ziegeleipark Mildenberg, ein Industriedenkmal, vorbei. Hier kann man riesige, alte Ziegelöfen und die kleinen Lohren besichtigen, mit denen die Ziegel vor hundert Jahren transportiert wurden. Angeblich wurde halb Berlin mit Ziegeln aus diesem Gebiet erbaut.

Weiter geht es zwischen den beiden Stichen „Stackebrandts Pappelstich“ (rechts) und „Döbertstich“ (links) hindurch Richtung Süden nach Zehdenick. Bis dahin kommt man noch am „Radkestich“, „Zimmermannstich“ und „Raminstich“ vorbei.

Auf der Bahnhofstraße fährt man schließlich ins Zentrum der alten brandenburgischen Stadt Zehdenick, mit ihrer hübschen, kleinen und recht belebten Altstadt.

Ich kannte Zehdenick aus dem 2012 erschienenen Buch „Deutschboden“ von Moritz von Uslar, in dem er im Reportagestil über teilweise kuriose, oft anrührende Begebenheiten mit den „Zehdenickern“ berichtet und wollte das Städtchen unbedingt einmal besuchen! „Hackepeter“-Brötchen und „schöne Molle“ inklusive 😉


Mein Fazit

Sehr abwechslungsreiche Radtour durch eine wunderbare Landschaft aus Seen und viel Wald, gepaart mit kleinen, hübschen Städten und Dörfern in denen man auf viele nette Menschen treffen kann! Mein persönliches Highlight war definitiv der Abstecher an den „Großen Fürstenseeer See“.

Schwierigkeit: leicht bis mittel,
gute Grundkondition erforderlich
Länge: ca. 78 km
Fahrzeit: ca. 4,5 – 5,5 h
Höhenmeter: + 330 m, – 350 m
An-/Abreise: per Deutsche Bahn* bis Neustrelitz
und ab Zehdenick
Tipp: Nutze das günstige Quer-durchs-
Land-Ticket der DB*
Unterkunft: schöne Ferienunterkünfte in
und um Zehdenick*
Ausrüstung: Trekkingrad oder Mountainbike;
Fernglas SEHR empfehlenswert
(„Seeadler-Gefahr“ 😉 )
Kamera

Übersichtskarte

(hier klicken, wenn nicht angezeigt)
Meine Radtour von Neustrelitz über Fürstenberg entlang der Havel nach Zehdenick zum Nachradeln und inklusive GPS-Daten zum Download:

Aufgezeichnete Tourdaten
zwischen Start & Ziel:

Gesamtstrecke 78,3 km
Höchster Pkt. 91 m Tiefster Pkt. 34 m
Anstieg Σ  1.119 m Abstieg Σ -1.135 m
Gesamtzeit (inkl. Pausen) 07:55 h:min


Wettervorhersage für Zehdenick


Tourtipps drumherum

💡 Tipp: Finde die für Dich passende Fahrradtour – mit meiner Suche unter „Deine ♥Tour finden„!

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