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Fahrradtour von Zehdenick über Oranienburg nach Berlin-Spandau

Auf dieser schönen und gut zu radelnden Fahrradtour von Zehdenick aus, geht es auf dem Havel-Radweg südwärts über Liebenwalde nach Oranienburg und anschliessend über Hennigsdorf in den Westen von Berlin, bis ins alte Spandauer Zentrum. Aufgesattelt!

An der Oranienburger Havel

An der Oranienburger Havel

Auch in diesem Jahr habe ich in meinem Urlaub wieder eine mehrtägige Fahrrad-Trekking-Tour durch Deutschland unternommen. Nach dem Elberadweg im letzten Jahr, ging es in diesem Jahr in 11 Tages-Etappen (900 km) von Hamburg aus in Richtung Osten bis an die Müritz, dann auf dem Havel-Radweg nach Süden bis Berlin und Potsdam, um dann nach Nordwesten durch das Wendland zurück nach Hamburg zu radeln. Ich habe diese Fahrrad-Trekking-Tour „Nordostdeutsche Runde“ genannt, die hier beschriebene Etappe ist ein Teil der Tour.

Zur Übersichtskarte dieser Tour »

Nordostdeutsche Runde 6: Fahrradtour von Zehdenick über Oranienburg nach Berlin-Spandau

Das beschauliche kleine Städtchen Zehdenick (siehe Voretappe) verlässt man vom Zentrum aus gesehen in Richtung Südosten, bis man auf den Radweg nach Süden stößt. Dieser verläuft wunderbar ausgebaut und kilometerweise schnurgeradeaus zwischen der Havel (rechts) und dem Voßkanal (links). Irgendwann stößt man auf eine Schleuse. Hier hat man die Wahl, den Kanal zu überqueren, um direkt nach Liebenwalde „abzukürzen“. Oder man fährt in einem Bogen weiter am Kanal bis Liebenwalde.

Als ich an dieser Schleuse stand, wurde gerade ein Ausflugsdampfer in Richtung Zehdenick geschleust. Das kommt wohl nicht all zu häufig vor, wie mir ein netter Einheimischer berichtete. Wir schnackten noch eine Weile über die Binnenschifffahrt und wie gut man doch von hier aus sogar mit dem Boot bis an die Ostsee kommt. Irgendwann mussten wir beide weiter.

Im niedlichen Liebenwalde, stieß ich gleich in der „Breite Straße“ auf einen kleinen Zweiradladen. Der nette, bärtige Inhaber fettete mir freundlicherweise meine, mittlerweile sehr trockene Fahrradkette nach – kostenlos. Guter Service! Schön anzusehen war zudem das Rathaus am Marktplatz, aber ich musste weiter nach Oranienburg!

Am Oder-Havel-Kanal südwärts radeln

Südlich von Liebenwalde überquert man irgendwann den Oder-Havel-Kanal und biegt danach gleich links ein auf einen tollen Waldweg, der kilometerweit geradeaus führt. Südlich von Friedrichsthal überquert man erneut den Oder-Havel-Kanal und fährt dann parallel zu ihm bis an den wunderschönen Lehnitzsee. Dieser liegt schon am Nordostrand von Oranienburg. Hier empfehle ich eine kleine Rast, um dabei dem Treiben auf und am See zuzuschauen und die Natur einfach mal wirken zu lassen!

Über die belebte Bernauer Straße gelangt man dann zügig ins Zentrum von Oranienburg. Oranienburg liegt sowohl am Oder-Havel-Kanal, als auch an der Havel. Es erhielt seinen Namen nach dem gleichnamigen Oranienburger Schloss, das im holländischen Stil 1652 vom Kurfürsten Friedrich Wilhelm für seine Frau Louise Henriette von Oranien erbaut wurde. Schön ist auch die St.-Nicolai-Kirche in der Havelstraße. Übrigens: Oranienburg ist der radioaktivste Ort Deutschlands, nachdem bei einem Fliegerbombenangriff im 2. Weltkrieg radioaktives Material aus den Auerwerken freiwurde. 😯

Oranienburg ist der radioaktivste Ort Deutschlands

Sehr schön, war der schmale aber einigermaßen befahrbare Weg an der Oranienburger Havel südwärts. Hier fährt man quasi durch die Vorgärten zahlreicher schöner Wassergrundstücke direkt an der Havel entlang. Mit etwas Glück überholt man dabei noch einen Lastkahn. Auch baden ist hier möglich.

Südlich von Oranienburg überquert man dann den Berliner Ring (A10) sowie die Autobahn A111 und gelangt erst nach Velten, dann nach Hennigsdorf. Jetzt ist man quasi schon in Berlin. Im Rathenaupark an der Neuendorfstraße kann man am russischen Soldatenmahnmal kurz verschnaufen, um anschließend über die Spandauer Allee auf den Berliner Mauerweg direkt an der Havel einzuschwenken. Dabei folgt man weitgehend dem Verlauf der früheren Berliner Mauer, an der Westgrenze des eheamligen West-Berlins. Ein paar Kilometer weiter trifft man sogar noch auf einen ehemaligen Wachturm, in dem sich heute ein kleines Museum befindet.

Der Weg ist hier gut zu befahren, da durchgehend asphaltiert. Immer wieder ergeben sich tolle Blicke auf die Havel und das gegenüberliegende Ufer. Ein wunderbarer Teil Berlins! An der Badestelle „Bürger Ablage“ ist der Name Programm! Hier gibt es auch einen Biergarten und ein Café, in dem ich mir einen ordentlichen Schweden-Eisbecher genehmigte. Weiter geht es durch den „Spandauer Forst“ in Richtung Süden an der Havel entlang. Sie gleicht hier immer wieder eher einem großen langen See. Am „Spandauer See“ entlang gelangt man schließlich bis ins alte Stadtzentrum von Berlin-Spandau.

Ich selbst habe einen kleinen Umweg über die Havel an das Westende des Flughafens Berlin-Tegel gemacht. Als Flugzeugfan und gelegentlicher Spotter, wollte ich mich einmal in die Einflugschneise des Flughafens stellen, um den Fliegern beim Starten und Landen zuzusehen. Ich war nicht der Einzige!

Mein Fazit: Schöne, gut zu fahrende Fahrradtour von Zehdenick, also vom ländlichen und waldreichen Teil Brandenburgs, in das grüne und wasserreiche Westende Berlins. Hier kann man die schönen Seiten unserer Hauptstadt gemütlich erradeln!

 

Schwierigkeit: leicht bis mittel,
gute Grundkondition erforderlich
Länge: ca. 72 km
Fahrzeit: ca. 4 – 5 h
Höhenmeter: + 190 m, – 200 m
Ausrüstung: Trekkingrad oder Mountainbike;
Fernglas empfehlenswert

Meine Fahrradtour von Zehdenick über Oranienburg nach Berlin-Spandau zum Nachradeln und inklusive GPS-Daten zum Download:

Gesamtstrecke 72.483 m
Höchster Punkt 59 m | Niedrigster Punkt 15 m
Gesamtanstieg  861 m | Gesamtabstieg -875 m
Gesamtzeit (inkl. Pausen) ⏰ 06:33 h:min
⇓ Download als GPX-Datei »

💡Tipp: Finde die für Dich passende Fahrradtour – mit meiner Suche unter „Deine♥Tour finden„!

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