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Wanderung von Wedel in die Haseldorfer Marsch und an die Elbe

Diese Wanderung führt Dich in einer Runde von Wedel westwärts in die Haseldorfer Marsch, das weitläufige Vorland der Elbe und bis ins vogelreiche Naturschutzgebiet „Haseldorfer Binnenelbe“. Auf dem Elbdeich geht es von dort zurück zum Ausgangspunkt. Los geht´s!

Wanderung auf dem Deich bei Hetlingen

Wanderung auf dem Deich bei Hetlingen

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Bei Wedel, einer Kleinstadt westlich von Hamburg, nimmt die Elbe schon eine Breite von bis zu 2 km ein. Dazu kommen weitläufige Ufer-Landschaften, die ihr vor allem am dortigen Nordufer viel Auslauffläche gewähren. Immer soweit die Deiche erlauben natürlich! Die „Haseldorfer Marsch“ gehört dazu und wird auf dieser Rundwanderung mehr oder weniger umrundet.

Wanderung von Wedel in die Haseldorfer Marsch

Die Wanderung absolvierte ich im Zuge einer Gruppenwanderung des Hamburger Hochschulsports. Wir trafen uns am S-Bahnhof Wedel, wo unser Wanderführer Daniel schon auf uns wartete. Zunächst ging es über die Wedeler Altstadt in westliche Richtung hinaus aus der Stadt. Bald trafen wir auf üppig grüne Wiesen und Weiden, die schon zum Marschland der Elbe gehören und an deren Rand – dem sog. Geesthang (Übergang zwischen feuchter Marsch und trockener Geest) – der Wanderweg uns nun entlangführte. Diese flache, offene Landschaft wird tatsächlich auch als Weidefläche genutzt, denn regelmäßig mussten wir hier über kleine Holztreppen deren Begrenzungszäune überwinden.

Nach etwa 3 km trafen wir dann endlich auch auf ein paar Koppelbewohner: 2 Esel beäugten neugierig unser Tun und ließen sich anschließend sogar streicheln! So abgelenkt, verpassten wir prompt den richtigen Weg und landeten auf dem Hof des Esel-Besitzers, der uns aber freundlich zurück auf die korrekte Spur wies 😉

Westlich von Holm knickt der Weg dann fast rechtwinklig ab und führt nun auf dem Deich in südwestliche Richtung weiter bis nach Hetlingen. Dort machten wir am Spielplatz eine erste Pause, bevor der Weg uns in großem Bogen um Hetlingen herum und auf dem Deich weiter nach Haseldorf leitete. Leider machte uns die Beschaffenheit des Deichweges etwas zu schaffen, denn obwohl dieser grasbewachsen und dadurch recht „federnd“ war, war er zugleich auch recht uneben und kräftezehrend. Hier half nur, ab und an mal eine Pause einzulegen, um den gestressten Füßen und Sehnen Entspannung zu gewähren!

Entschädigt wurden wir mit tollen Blicken auf die umliegende, flache Marschlandschaft, die uns die erhöhte Deichkrone ebene auch ermöglichte. In Haseldorf führt der Deich in weitem Bogen um das dortige Schloss mit seinem ausgedehnten Schlosspark herum, wer Zeit mitbringt, kann zumindest diesen besichtigen. Das Schloss selbst ist nicht zugänglich.

An der Haseldorfer Kirche stießen weitere Wanderer zu unserer Gruppe, die nur die Hälfte unserer gesamten Rundwanderung gehen wollten. Diese Alternative macht den 2. Teil dieser Wanderung (ca. 14 km) auch für weniger ambitionierte oder konditionierte Wanderer attraktiv (HVV-Bus ab S-Bahnhof Wedel, ca. 20 min Fahrtzeit).

Etwas westlich von Haseldorf kamen wir auf dem Deich an der Haseldorfer Deichmühle vorbei, bzw. was heute noch von ihr übrig ist. Zumindest der Mühlenstumpf steht noch da, in einer irgendwie morbiden, verlassenen Art, Bäumchen wachsen ihm aus dem Rumpf und es scheint, als kämpfe sich die Natur hier Stück für Stück zurück. Genutzt wurde die Mühle schon seit Ende des 2. Weltkrieges nur noch als Wohnquartier, heute stehen die Wohnungen offenbar leer, oder die Bewohner mögen es so „urig“. Skurriler Anblick jedenfalls!

Vogelfreunde kommen in der Haseldorfer Marsch auf ihre Kosten

Über die Haseldorfer Hafenstraße gelangten wir dann an den Elbdeich und enterten sogleich das Naturschutzgebiet „Haseldorfer Binnenelbe mit Elbvorland“. Dieses liegt mitten in der Haseldorfer Marsch und erstreckt sich über etwa 15 km entlang der Elbe. Es beherbergt eine weitgehend naturnahe Flusslandschaft, sofern man das eben durch die Deichsicherungs-maßnahmen gewährleisten konnte. Insbesondere Vogelliebhaber kommen hier auf ihre Kosten, da das Gebiet als „großes ornithologisches Rast- und Brutgebiet im Raum der Unterelbe“ gilt. Also Fernglas nicht vergessen, es gibt sogar einen Vogelbeobachtungsturm!

Richtung Südosten ging es nun auf dem Elbdeich stramm voran, allmählich machten sich – nach knapp 20 km Fußmarsch – unsere Füße bemerkbar. Für Ablenkung sorgten die schöne Landschaft um uns herum sowie der an diesem Tag spektakuläre Wolkenzirkus am Himmel. In der Ferne kündigte sich zudem Regen an, was unseren Schritt weiter beschleunigte.

An der sog. Hetlinger Schanze trafen wir dann neben dem Deich auf einen der gigantischen, rot-weißen Hochspannungsmasten, die hier die Elbe überspannen. Mit 227 m Höhe angeblich sogar Europas höchste Strommasten, stehen diese Stahlgiganten (fast 1.000 t schwer) wirklich imposant in der Landschaft, allein das riesige Fundament (Grundfläche 45 x 45 m) ist sehr beeindruckend! Wer die wohl regelmäßig streichen muss?

Gigantische Strommasten überspannen hier die Elbe

Kurz darauf schoben wir eine weitere Rast etwas abseits des Deiches ein, die letzten ca. 7 km bis Wedel lagen vor uns. Die ersten Mitwanderer klagten über Blasen am Fuß, Knieprobleme o.ä., meine Achillessehne schmerzte ebenfalls. Der holprige Deich forderte seinen Tribut. Nun hieß es Zähne zusammenbeißen für die letzte Etappe!

Vogelfreunde kommen etwas weiter östlich bei der Carl Zeiss Vogelstation, die vom Nabu betrieben wird, erneut auf ihre Kosten! Hier lassen sich Watvögel, wie Bekassine oder Austernfischer, aber auch verschiedene Entenarten oder Kiebitze beobachten. Zugang zur Station gibt es allerdings nur während der Öffnungszeiten!

Möchte man sich so kurz vor dem Ende der Wanderung noch stärken, bietet sich die Einkehr im „Fährmannssand“ hinter dem Deich an. Deftige Hausmannskost sowie ein Streichelzoo erwarten die Besucher. Wir verzichteten allerdings darauf, denn wir hatten es nun eilig! Der Regen nahte, allmählich fing es an zu tröpfeln und so erreichten wir Wedel noch halbwegs trocken in Höhe des Yachthafens. Schnurstracks ging es zurück zum S-Bahnhof, dem Start- und Zielort dieser Rundwanderung!

Tipp: Wer noch Kraft genug hat nach dieser Wanderung, macht einen Abstecher zum „Willkomm Höft“ am Elbanleger und der dortigen „Schiffbegrüßungs-Anlage„. Seit 1952 werden hier (große) Schiffe, die den Hamburger Hafen ansteuern oder verlassen, mit der Hymne ihrer Nationalflagge begrüßt oder verabschiedet! Zudem erfährt man über Lautsprecher u.a. Name, Nationalität und Baujahr des Schiffes. Oft grüßen die Schiffe sogar zurück!

Mein Fazit: Körperlich anspruchsvolle, aber landschaftlich sehr reizvolle Wanderung von Wedel in die Haseldorfer Marsch und an die Elbe! Wer gut trainiert ist und sich die Tour entsprechend einteilt, sollte die Rundwanderung problemlos absolvieren können. Vogelfreunde sollten ein Fernglas einstecken!

 

Schwierigkeit: mittel, für geübte Wanderer;
gute Grundkondition erforderlich
Länge: ca. 29,5 km
Gehzeit: ca. 5,5 – 6 h
Höhenmeter: + 80 m, – 60 m
An-/Abreise: per S-Bahn bis/ab Wedel
opt.: HVV-Bus bis Haseldorf
(Halbierung der Tour)
Ausrüstung: keine besonderen Anforderungen,
Fernglas + Fotoapparat empfehlenswert

Meine Wanderung von Wedel in die Haseldorfer Marsch zum Nachwandern und inklusive GPS-Daten zum Download:

Gesamtstrecke 29.340 m
Höchster Pkt. 29 m | Niedrigster Pkt. -5 m
Anstieg Σ  513 m | Abstieg Σ -520 m
Gesamtzeit (inkl. Pausen) ⏰ 06:57 h:min
⇓ Download als GPX-Datei »

💡 Tipp 1: Eine schöne Tour mit dem Elbanleger Wedel als Ziel, ist diese Wanderung im Alten Land!

💡 Tipp 2: Du möchtest mit dem Wandern beginnen? Lies zuvor meine 10 Tipps für Wander-Einsteiger und dann sollte eigentlich nichts schief gehen!

2 Kommentare zu “Wanderung von Wedel in die Haseldorfer Marsch und an die Elbe

  1. Stefanie

    Ach, da gibts einen Rundkurs?! Das ist ja interessant. (30 km sind allerdings auch nicht ohne, finde ich. Ab 25 km zählt bei mir immer irgendwie jeder weitere doppelt). Aber trotzdem – auf den Weg setze ich mir mal ein Lesezeichen. Vielen Dank also und liebe Grüße, Stefanie

    1. Alex Autor des Beitrags

      Ja, den gibt es 🙂 Wie im Artikel beschrieben, könntest du aber auch erst ab Haseldorf einsteigen, dann bist du bei der Hälfte. Wie auch immer: 30 km sind eine Ansage und die Socken qualmen mir da auch!

      Lg
      Alex

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