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Kurze Wanderung durch das Naturschutzgebiet Heuckenlock

Im Naturschutzgebiet Heuckenlock im Süden von Hamburg, erwartet Dich eine urige, nahezu unberührte Uferlandschaft an der Elbe. Eine kurze Wanderung bringt Dir die faszinierende, vielfältige Flora und Fauna in diesem tidebeeinflussten Teil des Flusses näher. Ein idealer Familienausflug. Auf geht´s!

Abendliche Stimmung im Naturschutzgebiet Heuckenlock in Hamburg Moorwerder

Abendliche Stimmung im Naturschutzgebiet Heuckenlock in Hamburg Moorwerder

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Gemeinsam mit Linda vom BUND, habe ich diese kurze Wanderung durch das Naturschutzgebiet Heuckenlock im Rahmen der Initiative „Faszination Tideelbe“ unternommen. Der BUND Hamburg lädt Interessierte dabei regelmäßig zu kleinen Exkursionen ein, die im Bereich der tideabhängigen Unterelbe zwischen Geesthacht und der Nordsee stattfinden. Ziel ist, über die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt in diesem Lebensraum aufzuklären und neue Zugänge zu diesem für Deutschland so wichtigen Fluss zu schaffen.

Kurze Wanderung durch das Naturschutzgebiet Heuckenlock in Hamburg

Das 100 Hektar kleine Naturschutzgebiet Heuckenlock beherbergt einen der letzten Tideauenwälder Europas und ist das artenreichste Naturschutzgebiet Hamburgs. Es liegt im Süden der Stadt, genauer im Stadtteil Moorwerder auf der Elbinsel Wilhelmsburg.

Der größte Teil seiner Fläche liegt östlich der Autobahn A1. Im Süden wird es von der Süderelbe begrenzt, besitzt also einen fast unberührten Uferbereich, der regelmäßig bei Spring- oder Sturmfluten überflutet wird. Seinen Namen erhielt das Gebiet durch die Familie Heucken, eine heute noch existierende Gemüsebauernfamilie, die früher auch die Flächen vor dem heutigen Elbdeich bewirtschaftete.

Nur ein Teil des Heuckenlocks ist heute noch für die Allgemeinheit begehbar. Grob ist das der Bereich zwischen den HVV-Bushaltestellen „Moorwerder Hauptdeich 35 und „Moorwerder Hauptdeich 69“. Der westliche Teil des Naturschutzgebietes ist mittlerweile für Wanderer gesperrt, weil Vogelschutzgebiet. Vogelfreunde sollten im östlichen Teil dennoch auf ihre Kosten kommen – denn Vögel kennen bekanntlich keine Zäune!

Etwas westlich (ca. 300 m) der Bushaltestelle „Moorwerder Hauptdeich 35“ (dort gibt es auch 3-4 Parkplätze) folgt man dann dem kleinen Pfad, der vor dem Deich hinein in das Dickicht führt (auf dortiges Naturschutz-Schild und Infotafel achten). Schon nach wenigen Metern wird klar, dass die Natur hier im Großen und Ganzen sich selbst überlassen ist. Der Pfad ist schmal und teilweise zugewachsen, links und rechts wuchern Röhricht, Brennesseln und Drüsiges Springkraut, umgestürzte Bäume kämpfen ums Überleben.

Das Naturschutzgebiet ist das artenreichste im Hamburger Raum

Kurz vor dem sandigen Elbufer stößt man auf riesige, etwa 50 m hohe, alte Ulmen, die ihr mächtiges Blätterdach über der urwaldartigen Szenerie ausbreiten. 2013 wurde etwas weiter westlich von hier eine mehr als 450 Jahre alte Flatterulme beim Sturm „Xaver“ gespalten und umgeworfen. Wie das gekracht haben muss? Mit Glück lassen sich hier sogar Adler oder Reiher beobachten, entsprechend ruhig sollte man sich verhalten!

Geht man weiter in Richtung Westen, trifft man auf den Namensgeber des Gebietes, den Heuckenlock, einen – je nach Gezeitenplan mit Wasser gefüllten oder trocken liegenden – „toten“ Arm der Elbe. Ein Metallsteg ermöglicht die trockene Überquerung des Locks. Interessant wird es hier wenn gerade Gezeitenwechsel von Ebbe zu Flut oder umgekehrt ist. Dann bekommt man einen guten Eindruck von den Kräften und Dimensionen der Natur, wenn sie sich holt oder sie abgibt, was ohnehin ihr gehört. Allein der normale Tidehub macht an dieser Stelle etwa 1 m aus. Wie es hier wohl bei Springflut aussieht?

Früher wurde auch hier Obst und Gemüse angebaut

Direkt hinter dem Heuckenlock steht man wieder am hohen Elbdeich und der begehbare Teil des Naturschutzgebietes liegt hinter einem. Schön ist, hier auf den Deich zu klettern und die ganze Szene noch einmal zu überblicken und Revue passieren zu lassen! Auf diesem geht es zurück zum Ausgangspunkt oder zur Bushaltestelle „Moorwerder Hauptdeich 69“.

Mein Fazit: Lehrreiche, kurze Wanderung durch das Naturschutzgebiet Heuckenlock im Süden Hamburgs! Wer nicht viel wandern kann oder mag, aber dennoch urwüchsige Natur in unmittelbarer Stadtnähe erleben möchte, liegt hier richtig. Auch gut als Familienausflug geeignet, weil gut mit Bus, Auto oder Fahrrad zu erreichen (siehe Text)!

 

Schwierigkeit: leicht, für ungeübte Wanderer
Länge: ca. 2,5 km (als Runde)
Gehzeit: ca. 0,5 -1 h
Höhenmeter: + 0 m, – 0 m
An-/Abreise: z.B. HVV-Bus oder Auto bis
Moorwerder Hauptdeich 25
Ausrüstung: keine besonderen Anforderungen,
Fernglas + Fotoapparat empfehlenswert

Meine kurze Wanderung durch das Naturschutzgebiet Heuckenlock zum Nachwandern und inklusive GPS-Daten zum Download:

Gesamtstrecke 1.498 m
Höchster Pkt. -1 m | Niedrigster Pkt. -51 m
Anstieg Σ  75 m | Abstieg Σ -76 m
Gesamtzeit (inkl. Pausen) ⏰ 00:43 h:min
⇓ Download als GPX-Datei »

💡 Tipp 1: Du kannst in den beiden Naturschutzgebieten Höltigbaum und Stellmoorer Tunneltal auch sehr schön Wandern gehen in Hamburg.

💡 Tipp 2: Diese Tour war eine Gruppenwanderung. Wenn Du auch einmal in einer Gruppe wandern möchtest, findest Du hier 6 Tipps zum mitwandern in einer Gruppe in Hamburg.
💡 Tipp 3: Du möchtest mit dem Wandern beginnen? Lies zuvor meine 10 Tipps für Wander-Einsteiger und dann sollte eigentlich nichts schief gehen!

Frage? Anregung? Schreib mir: