Wandern an der Elbe: Von Blankenese nach Övelgönne

Eine der beliebtesten Wanderungen in Hamburg ist ganz sicher diese hier. Wir wandern an der Elbe von Blankenese nach Övelgönne bis an den Westrand des Hamburger Hafens. Dabei pfeift uns der Wind um die Nase und Containerriesen ziehen an uns vorüber. Frisch auf!

Am Elbstrand - Wandern zwischen Blankenese und Övelgönne
Am Elbstrand – Wandern an der Elbe: Von Blankenese nach Övelgönne

Lesedauer etwa 9 minutes

Gerade im Herbst und Winter, wenn die Tage kurz und die Wege in den Wäldern rund um Hamburg nicht die besten sind, sucht man nach einfacher zu gehenden Möglichkeiten. Und stößt auf diesen Klassiker: Eine Wanderung – wahlweise auch „langer Spaziergang“ – am Elbufer zwischen Hamburg-Blankenese und Övelgönne.

Denn der Elbuferweg ist zu jeder Jahreszeit gut zu wandern, oft ist er sogar befestigt oder bietet mehrere parallel zur Elbe verlaufende Alternativen. Und schön ist es an der Elbe ja bekanntlich zu jeder Jahreszeit, wenn man – wie ich – auch Regen und Wind etwas abgewinnen kann.

"In Hamburg lebten zwei Ameisen, die wollten nach Australien reisen. ..." Ringelnatz an der Elbe in Blankenese
“In Hamburg lebten zwei Ameisen, die wollten nach Australien reisen. …” Ringelnatz an der Elbe in Blankenese

Wandern an der Elbe: Von Blankenese nach Övelgönne

Man startet die Wanderung am besten am S-Bahnhof in Blankenese (S1/S11 bis Blankenese) und peilt schräg rechts gegenüber des Bahnhofs die „Blankeneser Bahnhofstraße“ an.

Zur Übersichtskarte dieser Tour »

Diese führt durch den schmucken Kern des noblen Hamburger Vororts, vorbei an der Blankeneser Kirche, an Geschäften und Immobilien-Boutiquen. Wer kann, erwirbt dort eine, allen anderen sei zum Trost der Erwerb eines selbstgemachten Kugeleises bei Eis-Schmidt am Marktplatz nahegelegt! 🙂

An der Kreuzung mit der „Elbchaussee“/„Blankeneser Hauptstraße“ biegt man rechts ab, um etwa 100 m später die „Strandtreppe“ hinunter zur Elbe nehmen. Willkommen im Treppenviertel von Blankenese!

Im Treppenviertel von Blankenese
Im Treppenviertel von Blankenese

Von hier hat man nicht nur eine tolle Aussicht auf die nahende Elbe, sondern flaniert – mehr oder weniger direkt – durch die Vorgärten dieses beliebten Wohnquartiers in Blankenese. Tolle Stadthäuser wechseln sich hier mit edlen Villen ab. Und: Es gibt hier kaum befahrbare Straßen, so dass man beim Staunen nicht von Autos gestört wird!


Das entzückende Treppenviertel

Früher, als Blankenese noch kein Rückzugsort gut-situierter Hamburger war, lebten hier im Treppenviertel vor allem Elbfischer. Denn Blankenese war damals ein einfaches Fischerdorf! Das älteste Haus und eines der ältesten Häuser Hamburgs steht in der Elbterrasse 6 und wurde wohl 1570  erbaut (siehe Wikipedia). Heute finden sich hier kaum noch einfache Fischerhäuser, denn viele Häuser wurden mit der Zeit durch größere ersetzt.

"Leuchtturm" am Elbufer in Blankenese
“Leuchtturm” am Elbufer in Blankenese

Am unteren Ende der „Strandtreppe“ erreicht man das Elbufer und hat nun einen freien Blick auf die Elbe, den Blankeneser Leuchtturm sowie das gegenüberliegende Elbufer bei Cranz im Alten Land. Weiter links erkennt man das riesige Werksgelände von Airbus in Finkenwerder. Der Blick zurück zeigt das am Elbhang gelegene Treppenviertel in seiner Gänze.

Blankeneser Treppenviertel am Elbhang
Blankeneser Treppenviertel am Elbhang

Man folgt ab hier nun einfach dem Weg entlang des Elbufers in Richtung Osten (nach links). Links ziehen dann nach und nach die Residenzen reicher Hamburger am staunenden Wanderer vorbei, rechts die Containerriesen, mit denen oder deren Ladungen einige von diesen Hamburgern erst so reich geworden sind.

Imposant, wenn so ein Gigant in Zeitlupe an einem vorbei tuckert. Bis zu 23.000 Standardcontainer passen heute auf die größten von ihnen!

Die Elbe längs - Elbwanderweg in Blankenese
Die Elbe längs – Elbwanderweg in Blankenese

💡 Tipp: Wer hier im Sommer wandert, sollte Badesachen einpacken! Die Elbe ist heutzutage durchaus wieder „beschwimmbar“ – ein bisschen trüb, dennoch erfrischend. Aber Achtung: Zieht gerade einer der Riesen vorbei, ist es wegen der dann herrschenden Strömungsverhältnisse in dem relativ schmalen Fluss nicht unbedingt der beste Zeitpunkt dafür! Dann zieht man sich am besten auf den schmalen Elbstrand zurück und sucht sich ein ruhiges Fleckchen, um dem Treiben auf der Elbe zuzuschauen…

Irgendwann kommt man nach Teufelsbrück, direkt gegenüber des Airbus-Werks in Finkenwerder. Dort herrscht am Anleger meist hektisches Treiben, legen doch regelmäßig die HVV-Fähren von und zum Hamburger Hafen sowie eben nach drüben, nach Finkenwerder ab.

Blick über die Elbe bei Teufelsbrück
Blick über die Elbe bei Teufelsbrück

Aber warum eigentlich „Teufelsbrück“?

Der Legende nach wollten seine damaligen Bewohner hier gern eine Brücke über den kleinen Fluss „Flottbek“ haben, weil dort immer wieder Fuhrwerke zu schaden kamen. Dafür ließen sie sich sogar mit dem Teufel ein! Der versprach ihnen eine Brücke, allerdings unter der Bedingung, dass ihm die Seele desjenigen gehören solle, der als erster die Brücke queren würde. Die Bewohner waren einverstanden, der Teufel baute die Brücke.

Doch die Fischer waren nicht dumm und jagten nach Einweihung der Brücke alsbald einen einfachen Hasen als ersten über die Brücke, dessen Seele anschließend direkt an den Teufel ging, der darüber natürlich nicht amüsiert war. Fortan hieß dieser Ort „Teufelsbrück“ und die Brücke nahm er wieder mit sich…

💡 Tipp: Den gehörnten Teufel samt Hasen kann man heute als steinernes Denkmal direkt am Wanderweg bewundern. 


Der "Alte Schwede" am Elbstrand von Hamburg-Othmarschen kurz vor Övelgönne
Der “Alte Schwede” am Elbstrand von Hamburg-Othmarschen kurz vor Övelgönne

Geht man am Elbufer weiter, kommen in der Ferne allmählich die ersten Containerbrücken des Hamburger Hafens, drüben am anderen Elbufer ins Blickfeld.

Am Weg stößt man irgendwann auf den „Alten Schweden“, einen riesigen, 217 t schweren Findling, der mit der Elster-Eiszeit aus Schweden hier her geschleift wurde. Beziehungsweise eigentlich in das Flussbett der Elbe, aus der er nämlich 1999 bei einer Elbvertiefung mühsam geborgen und dann am Elbstrand abgelegt wurde. Der Brocken ist 7,9 m breit, 4,5 m hoch und hat einen Umfang von etwa 19,7 m!


An alten Kapitänshäusern vorbei flanieren

Kurz hinter dem „Alten Schweden“ erreicht man schließlich Övelgönne. Dort hat man die Wahl, wie man die letzten etwa 1.000 m bis zum Museumshafen wandern möchte:
Entweder (rechts) direkt am Strand entlang gehen und weiter dem Treiben an und auf der Elbe zusehen oder (links) den oberhalb gelegenen WegÖvelgönne“, vorbei an den vielen hübschen Kapitänshäusern mit den netten Vorgärten, einschlagen.

Beides ist schön und sehenswert, am Wochenende und bei Sonnenschein meist aber auch entsprechend voll!

Vorbei an alten Kapitäns-Häuschen in Hamburg-Övelgönne
Vorbei an alten Kapitäns-Häuschen in Hamburg-Övelgönne
Övelgönner Gassentiger
Övelgönner Gassentiger
Blick von Övelgönne über die Elbe zum Burchardkai Containerterminal
Blick von Övelgönne über die Elbe zum Burchardkai Containerterminal

Eine Institution ist jedenfalls die „Strandperle am Elbstrand, der man auf ein entspanntes Abschluss-Alster einen Besuch abstatten könnte. Wenn man dann am Elbstrand sitzt und direkt vor einem ein 400 m Containerriese von Schleppern in seine Position gedreht wird ist das besser als Kino, versprochen!

An der Elbe in Hamburg-Övelgönne mit Containerriese beim Einlaufen
An der Elbe in Hamburg-Övelgönne mit Containerriese beim Einlaufen

Schließlich endet die Wanderung im Museumshafen Övelgönne. Dort kann man die alten Segler und Dampfschiffe bewundern, ein Fischbrötchen essen oder mit einem kühlen Bierchen in der Sonne die Eindrücke Revue passieren lassen.

Ein toller Aussichtspunkt auf das Treiben an und auf der Elbe ist dafür die steinerne Pyramide hinter dem Lüftergebäude des Elbtunnels, der hier direkt unterhalb verläuft.

Der Museumshafen Övelgönne an der Elbe in Hamburg
Der Museumshafen Övelgönne an der Elbe in Hamburg

Wer mag, läuft ab Övelgönne noch weiter stadteinwärts immer an der Elbe entlang bis zum Altonaer Fischmarkt oder sogar weiter bis an die Landungsbrücken.

Alle anderen nehmen den Bus zum Altonaer Bahnhof oder die HVV-Fähre bis zu den Landungsbrücken und der dortigen U-/S-Bahnstation…


Mein Fazit

Immer wieder schön und zu jeder Jahreszeit empfehlenswert ist diese Wanderung am Elbufer zwischen Blankenese und Övelgönne. Wer Wasser, Schiffe, Wind, maritimes Flair und Menschen mag, sollte diese Tour unbedingt einmal wandern!


Schwierigkeit: leicht, auch für ungeübte Wanderer
Länge: ca. 9 km
Gehzeit: ca.  2  h
Höhenmeter: + 40 m, – 90 m
An-/Abreise: z.B. mit der S-Bahn (S1/S11) bis
Hamburg-Blankenese;
zurück ab Övelgönne mit der HVV-
Fähre bis Landungsbrücken dort
Umstieg in U-/S-Bahn
oder hier ab Neumühlen/Övelgönne
per HVV-Bus bis S-Bahnhof Altona
(Linie 113)
Ausrüstung: keine besonderen Anforderungen,
Kamera empfehlenswert

Übersichtskarte

(hier klicken, wenn nicht angezeigt)
Meine Wanderung am Elbufer zwischen Blankenese und Övelgönne zum Nachwandern und inklusive GPS-Daten zum Download:

Aufgezeichnete Tourdaten
zwischen Start & Ziel:

Gesamtstrecke 8,8 km
Höchster Pkt. 56 m Tiefster Pkt. 3 m
Anstieg Σ  37 m Abstieg Σ -85 m
Gesamtzeit (inkl. Pausen) 02:54 h:min


Das Wetter in Blankenese


Tourtipps drumherum

💡 Tipp 1: Eine schöne, sehr naturnahe Tour an der Elbe kannst Du auch am anderen Ende der Stadt machen bei einer Wanderung zwischen Gose Elbe und Dove Elbe!


💡 Tipp 2: Ein Hamburger Klassiker ist auch das Wandern am Alsterlauf von Poppenbüttel nach Ohlsdorf! Sollte man einmal gemacht haben.


💡 Tipp 3: Du möchtest mit dem Wandern beginnen? Lies zuvor meine 10 Tipps für Wander-Anfänger und dann sollte eigentlich nichts schief gehen!

0 0 Stimmen
Deine Bewertung?
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
0 Kommentare
Inline Feedbacks
Alle Kommentare ansehen
%d Bloggern gefällt das: