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Wanderung durch das Hellbachtal an die Lauenburgischen Seen

Ich bin immer wieder erstaunt, welche Vielzahl an wunderbaren, oft recht unbekannten Naturschutzgebieten man rund um meine Heimatstadt Hamburg herum findet! So auch bei dieser schönen Wanderung durch das Hellbachtal  an die Lauenburgischen Seen zwischen Güster und Mölln in Schleswig-Holstein. Durch urige Laub- und Kiefernwälder, geht es entlang idyllischer Seen in weitgehend flachem Gelände bis in die Altstadt von Mölln. Auf geht´s!

Blick über den Drüsensee mit Bismarckinsel in der Mitte

Blick über den Drüsensee mit Bismarckinsel in der Mitte

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Diese Wanderung habe ich nach langer Zeit einmal wieder mit dem Hochschulsport der Uni Hamburg unternommen, bin die Strecke also in einer Gruppe gewandert, wir waren etwa 20 Personen. Das ist meist sehr gesellig, da ich einige Mitwanderer bereits gut kenne und wir jeweils viel zu erzählen haben. Man muss allerdings Acht gebe, dabei auch etwas von der wundervollen Natur drumherum mitzubekommen! :-))

Los ging es am Hamburger Hauptbahnhof, von wo aus wir mit der Deutschen Bahn (RE1 nach Schwerin) bis nach Büchen und anschließend mit dem Landbus weiter nach Güster gefahren sind. Praktisch: Beides kann man mit einer HVV-Proficard noch im HVV-Tarif nutzen, kommt also sehr kostengünstig und innerhalb von 60 Minuten weit raus ins Grüne!

Wanderung durch das Hellbachtal an die Lauenburgischen Seen

In Güster hielt uns Nichts und so ging es strikt ostwärts Richtung der „Talhänge bei Göttin. Was für ein Deutsch (?) könnte man jetzt fragen, aber „Göttin“ ist tatsächlich ein nahe gelegener, kleiner Ort und dann macht das wieder Sinn 😉 !

Zunächst geht es hinein in einen recht lichten Laub- und Mischwald, der an diesem Tag herrlich hellgrün strahlte, denn der Frühling war endlich in Norddeutschland angekommen. Die lärmende Autobahn A24 war zu überqueren und nach etwa 6 km erreichten wir endlich das kleine, aber wunderschöne Naturschutzgebiet Hellbachtal, das mit dem Lottsee, dem Krebssee und dem Schwarzsee auch noch 3 herrliche Waldseen beherbergt! Dieses Naturschutzgebiet soll eines der wertvollsten Bestandteile des Naturparks Lauenburgische Seen sein, wie Du gleich lesen wirst und ich definitiv unterstreichen kann!

Jetzt wurde es idyllisch: Denn das Hellbachtal ist ein grüner Auenstreifen, der den kleinen, sich windenden Hellbach umschwingt und selbst von herrlichen Wäldern eingerahmt ist. Ein Feldweg führt am Rand des Waldes durch dieses Kleinod norddeutscher Natur, an dem sich der gemeine Stadtmensch kaum sattsehen kann. Die Farben des Frühlings taten ihr Übriges! Der Waldboden war übersät mit kleinen, weißen Buschwindröschen.

Nach der Umrundung des Lottsees, folgten wir weiter dem Hellbach bis zu seiner Mündung in den Drüsensee, einem der größeren Lauenburgischen Seen. Ein wunderschönes, fast süd-schwedisch anmutendes Panorama eröffnete sich uns jetzt, in dieser von der Weichseleiszeit geprägten Moränenlandschaft! Wir folgten dem Weg am bewaldeten Ufer nordwärts und lauschten dem aufgeregten Zwitschern zahlreicher Singvögel. Der Drüsensee hat seinen eigenwilligen Namen von dem, an seinem Nordrand gelegenen, Gutshof „Drüsen“ geerbt. Eine Besonderheit ist die bewaldete, unbewohnte Bismarckinsel im nördlichen Teil des etwa 2 km langen Sees. Dort tummelten sich an diesem Tag zahlreiche schnatternde Gänse. Wie es wohl auf der kleinen Insel aussehen mag?

Die Lauenburgischen Seen südlich von Mölln sind hinreißend schön

Am Nordrand des Drüsensees und am „Gudower Weg“ angekommen, entdeckten wir schon den nächsten See, den „Lütauer See“, den es nun halb zu umrunden galt. Wieder ging es hier den Weg am bewaldeten Ufer des Sees entlang, an dem vereinzelte Holzbänke zur Rast einladen. Die sanft-hügelige Landschaft machte unsere Wanderung dabei nicht allzu anstrengend und so konnten wir uns gut auf das tolle Farbspiel der vom Frühling wachgeküssten Waldkulisse konzentrieren.

Über einen Schlenker auf der Landzunge zwischen Lüttauer See und Schmalsee, erreichten wir schließlich Letzteren, an dessen Westufer es weiter nordwärts ging. Der Schmalsee ist der kleinste der drei südlich und östlich von Mölln gelegenen Seen. Und als wir dessen Nordende erreicht hatten, ging es im lichten Tal des Flüsschens Pinnau weiter. Mölln war nun nicht mehr weit, erste Höfe und kleine Wohnhäuser zeugten schon davon.

Mölln hat eine hübsche Altstadt und wird umrahmt von der Möllner Seenplatte

Nach der Überquerung des Flüsschens, das nun zum Mühlengraben wird, ging es in sanftem Bogen und vorbei an hübschen Villengrundstücken weiter bis zur Altstadt von Mölln, dem Ziel dieser wunderbaren Wanderung. Hier sammelten wir uns und verschnauften einen Augenblick an der niedlichen kleinen Kirche St. Nikolai, die erhaben auf einem kleinen Hügel über der Altstadt thront. Von dort hat man einen guten Blick über die Stadt und ihre reizvolle Umgebung aus zahlreichen Seen, der „Möllner Seenplatte„!

Mölln ist auch bekannt als Eulenspiegelstadt und es heißt, dass Till Eulenspiegel hier  im Jahre 1350 starb, nachdem er zu Lebzeiten als umherstreifender Schalk und intelligenter „Narr“ durch die Lande zog und den Menschen den Spiegel vorhielt. Ein kleines Museum direkt neben der Kirche, zeugt von dessen Geschichte. Nach einem wohlverdienten Kugeleis, ging es für uns über die Hauptstraße schließlich zum Bahnhof von Mölln, von dem aus wir mit der Regionalbahn die Heimreise zurück nach Hamburg antraten. Schön war`s!

Mein Fazit: Gut zu gehende, nicht schwierige Wanderung durch das Hellbachtal an die Lauenburgischen Seen! Zwischen Güster und Mölln geht es durch eine wunderschöne, idyllische Flussaue und vorbei an hübschen Waldseen, die im Sommer zum Schwimmen einladen und deren Panorama das Auge verwöhnen. Erholung pur!

 

Schwierigkeit: leicht, für geübte Wanderer;
gute Grundkondition erforderlich
Länge: ca. 20 km
Gehzeit: ca. 4 – 4,5 h
Höhenmeter: + 200 m, – 200 m
An-/Abreise: z.B. Hin: Hamburg Hbf mit DB RE1
bis Büchen und Bus 8830 bis Güster
Rück: DB RE83 ab Mölln nach Büchen
und DB RE1 ab Büchen bis HH Hbf
Ausrüstung: keine besonderen Anforderungen,
Fotoapparat empfehlenswert

Meine Wanderung durch das Hellbachtal an die Lauenburgischen Seen zum Nachwandern und inklusive GPS-Daten zum Download:

Gesamtstrecke 20.480 m
Höchster Pkt. 35 m | Niedrigster Pkt. -57 m
Anstieg Σ  502 m | Abstieg Σ -506 m
Gesamtzeit (inkl. Pausen) ⏰ 05:06 h:min
⇓ Download als GPX-Datei »

💡 Tipp 1: Eine vergleichbar schöne Wanderung in der Nähe ist die Wanderung durch die Hahnheide bei Trittau!

💡 Tipp 2: Du möchtest mit dem Wandern beginnen? Lies zuvor meine 10 Tipps für Wander-Einsteiger und dann sollte eigentlich nichts schief gehen!

2 Kommentare zu “Wanderung durch das Hellbachtal an die Lauenburgischen Seen

  1. Silke

    Hallo Alex!
    Diese Tour wollen eine Freundin und ich Sonntag machen.
    Wusstest Du eigentlich , dass es eine weitere Etappe des E 1 ist?
    Liebe Grüße
    Silke.

    1. Alex Autor des Beitrags

      Hallo Silke,
      ja das wusste ich schon und diese Wanderung ist eines europäischen Fernwanderwegs auch wirklich würdig! Viel Spaß Euch bei traumhaftem Wetter! 🤓

Frage? Anregung? Schreib mir: